POLITIK
10/10/2015 15:52 CEST | Aktualisiert 10/10/2015 15:54 CEST

Sechs überraschende Enthüllungen über Wladimir Putin

Enthüllungen aus der neuen Putin-Biographie
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Enthüllungen aus der neuen Putin-Biographie

Wer ist Wladimir Putin? Für die meisten von uns ist der mächtigste Mann Russlands ein Rätsel - kühl, unnahbar und scheinbar unberechenbar. Der deutsche Autor Hubert Seipel bringt jetzt Licht ins Dunkel: Für sein neues Buch „Putin - Innenansichten der Macht“durfte er den russischen Präsidenten ein Jahr lang begleiten. In einem Interview mit dem „Spiegel“ teilt der Autor jetzt seine Eindrücke von einem der rätselhaftesten Politiker unserer Zeit.

Das sind Seipels überraschendste Enthüllungen:

1. Putin mag sein Bad-Boy-Image

Laut Seipel hat Putin kein Problem damit, vom Westen als „böser Bube“ angesehen zu werden. Verwunderlich ist das nicht. Lässt Putin doch keine Gelegenheit aus, sich als starker Mann zu inszenieren. Ob mit nacktem Oberköper, bei der Jagd oder beim Judo-Kampf.

2. Trotz allem - Putin bleibt Deutschland-Fan

Der Russe spricht nicht nur fließend Deutsch, sondern hegt auch immer noch Sympathie für unser Land. Von Angela Merkel hingegen ist der Politiker enttäuscht: „Als Merkel in diesem Jahr (…) die Annexion der Krim verbrecherisch nannte und indirekt mit dem Holocaust verglich, sagte er (Putin) mir, dass er diese Äußerung als Grenzüberschreitung der Kanzlerin verstanden habe“, sagte Seipel dem „Spiegel“.

3. Putins Familie ist tabu

Es gab nur ein Thema, über das Putin mit Seipel nicht sprechen wollte: Seine Familie. Über das Privatleben des Politikers kursieren wegen der Geheimnistuerei sogar schon Verschwörungstheorien. Weder über seine Herkunft, noch über seine Frau und Töchter will der Russe sprechen. Bekannt wurde letztens nur, dass Putin vielleicht eine neue Freundin hat - eine attraktive Blondine.

4. Putins Oben-Ohne-Fotos sind Teil seiner Wahlkampagne

Sex sells. Das weiß auch Wladimir Putin. Er ist davon überzeugt, dass sich seine sportliche Erscheinung positiv auf Wahlergebnisse auswirkt: „(…) vor allem bei Frauen zwischen 35 und 55 - und durchaus auch bei russischen Männern“, sagt Seipel. Wichtiger für die Russen dürfte allerdings sein, dass ihr Präsident nichts unversucht lässt, Russland wieder als Weltmacht zu etablieren. Ob der Annektierung der Krim oder jetzt dem Eingreifen in Syrien.

5. Auf persönlicher Ebene hat Putin kein gutes Verhältnis zu Assad

Laut Seipel basiert Putins stark kritisierte Militärhilfe für den syrischen Diktator nicht auf persönlichen Sympathien. Vielmehr glaubt der Kreml-Chef immer noch daran, dass Assad für Stabilität im Land sorgen wird: „Entscheidend für ihn ist, dass sich Irak und Libyen nicht wiederholen dürfen (…)“, meint Seipel.

Fraglich ist dabei allerdings, warum Putin sich um die Lage in den beiden Ländern Sorgen macht. Vielmehr geht es Putin wohl darum, dass er mit Sorge beobachtet, wie die Westmächte in die Konflikte fremder Staaten eingreifen. Putin könnte das in Konflikten mit den Ex-Sowjetstaaten noch einmal Ärger bereiten. Er fürchtet wohl, dass die Westmächte dann auch dort mitmischen.

6. Es gibt eine Sache, die der Politiker mehr hasst, als alles andere

Und zwar Chaos, sagt Seipel. Warum er dann jedoch an einem Diktator wie Assad festhält, der maßgeblich zu Massenfluchten und dem Zerfall seines Landes beigetragen hat, bleibt wohl ein Mysterium. Putin wird wissen, dass Assad auf Dauer nicht zu halten ist. Vielleicht will er die Westmächte in einen Kompromiss zwingen - in dem Assad zwar nicht am Runder bleibt, aber seine Familie wenigstens Teile des Landes weiter regiert und den russischen Einfluss sichert.

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