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10/10/2015 18:10 CEST | Aktualisiert 10/10/2015 18:11 CEST

So profitieren die Terroristen des Islamischen Staats von den russischen Bomben

Russlands Bomben spielen den Terroristen in die Hände
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Russlands Bomben spielen den Terroristen in die Hände

Ende September gab Wladimir Putin bekannt, mit Luftangriffen in Syrien gegen die Terrororganisation IS vorgehen zu wollen. Der aktuellste russische Angriff scheint den Terroristen jedoch in die Hände gespielt zu haben.

Seit den ersten Militäroffensiven wird der Vorwurf immer lauter, dass Putins Bomben in Syrien vor allem ein Ziel haben. Und zwar: Die Gegner des Diktators und Putin-Verbündeten Bashar al Assad auszuschalten. Vor allem die USA kritisierten Russlands Vorgehen in Syrien harsch. „90 Prozent der Luftangriffe, die wir bisher registriert haben, waren nicht gegen den IS oder (…) Terroristen gerichtet“, klagte US-Außenamtssprecher Kirby in einem offiziellen Statement am 8.Oktober 2015.

Tatsächlich scheint der IS aktuell mehr von russischen Luftangriffen zu profitieren, als Schaden zu nehmen. Laut den Berichten internationaler Medien konnte die Terrorgruppe heute ganz nah an Syriens zweitgrößte Stadt Aleppo vordringen, die bisher eigentlich von Rebellengruppen verteidigt worden war.

Experten sind der Meinung, dass dieser große Erfolg nur möglich war, weil russische Bomben zuvor Rebellengruppen aus dem Gebiet vertrieben hatten - die momentan stärksten und erfolgreichsten Gegner des IS. Ein Befehlshaber dieser Gruppen sagte der Nachrichtenagentur "Reuters": „Der IS hat sich die russischen Luftangriffe zu Nutze gemacht. Dazu kam, dass die Free Syrian Army mit Kämpfen in Hama abgelenkt war, so konnte der IS bis Aleppo vorrücken."

Aleppo gilt als strategisch wichtiger Punkt. Das Gebiet nördlich der Stadt gehört zu einer "Sicherheitszone", die die Türkei unter allen Umständen vor dem IS beschützen will - es befindet sich gefährlich nahe an der türkischen Grenze. Ein Vordringen der Terroristen nach Aleppo wäre deshalb alarmierend - und könnte ein Eingreifen der Türkei in den Konflikt provozieren.

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Eigentlich gegen IS gerichtet: Satellitenbilder zeigen russische Luftangriffe - Putins Kampfjets töten 36 Zivilisten

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