WIRTSCHAFT
10/10/2015 12:52 CEST | Aktualisiert 10/10/2015 13:28 CEST

Schwere Vorwürfe gegen Coca-Cola: Hat das Unternehmen manipuliert?

Schwere Vorwürfe gegen Coca-Cola: Hat das Unternehmen manipuliert?
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Schwere Vorwürfe gegen Coca-Cola: Hat das Unternehmen manipuliert?

Dass die Megakonzerne dieser Welt gerne mal tricksen, um eine immer größere Zahl Kunden zu locken, ist kein Geheimnis. Der Softdrink-Riese Coca-Cola scheint aber ein bisschen mehr als das getan zu haben. Die britische "The Times" erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen den Konzern in Großbritannien.

54 Gramm Zucker enthält eine Flasche Cola, die empfohlene Tageshöchstmenge liegt bei 30 Gramm. Um zu verstehen, dass das alles andere als gesund sein kann - dazu braucht es eigentlich nur eine gesunde Portion Menschenverstand. Dass ein regelmäßiger Konsum von so viel Zucker zu Gewichtszunahme führen kann, sowieso. Was aber, wenn seriös wirkende Studien und Ernährungs-Experten etwas anderes behaupten? Das dachte sich wohl auch der berühmteste Softdrink-Hersteller der Welt: Coca-Cola.

Der Megakonzern steht unter dem dringendem Verdacht, für den Konzern schmeichelhafte Studien gekauft zu haben. Das Ziel: Ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und dem Konsum von Softdrinks sollte vertuscht werden. Dabei soll Coca-Cola nicht nur Ernährungs- und Sportinstitutionen „gesponsert“ haben, sondern sogar eine eigene Organisation gegründet haben, die Coca-Cola ins richtige Licht rücken sollte: Umgerechnet circa 6,5 Millionen Euro gab der Konzern dafür aus, eine Organisation namens European Hydration Institute zu gründen, die dann öffentlich für den Konsum von Sport-und Softgetränken warb.

Und was sagt Coca-Cola zu den Vorwürfen? Vom Megakonzern heißt es: „Wir wollen ganz offen mit unserer Finanzierung von akademischen Forschungen (…) sein. Wir verlassen uns auf diese, um Entscheidungen über unsere Produkte und Inhaltsstoffe fällen zu können - dafür beauftragen wir unabhängige Drittunternehmen.“

Aber diese Drittunternehmen scheinen nicht ganz so unabhängig gewesen zu sein, wie Coca-Cola es jetzt gerne darstellen würde. Die Journalisten der „Times“ fanden nämlich klare Parallelen zwischen den von Coca-Cola "gesponserten" Experten und Studienergebnissen, die einem Zusammenhang zwischen dem Konsum von Softdrinks und Gewichtszunahme verneinen. Dass Coca-Cola ab einer bestimmte - eher niedrigen Menge - ungesund ist, sollte damit verneint werden.

Der Fall erinnert stark an die Zigarettenindustrie. Auch sie investierte Millionen in Forschungen, die zeigen sollten, dass es keinen Zusammenhang zwischen Krebs und Rauchen gibt. Das Vertuschen der Wahrheit funktionierte aber nicht, wie wir heute wissen.

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