POLITIK
09/10/2015 15:41 CEST | Aktualisiert 09/10/2015 15:56 CEST

US-Wissenschaftler warnt vor 3. Weltkrieg

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So leicht könnte der dritte Weltkrieg ausbrechen

Auf der ganzen Welt brodeln Konflikte. Vorboten des dritten Weltkriegs? Der US-Politik-Wissenschaftler P.W. Singer warnt in seinem neuen Buch „Ghost Fleet“ davor, wie schnell ein Weltkrieg im Jahr 2015 ausbrechen könnte – und wie dieser aussehen würde. Singer ist Experte im Bereich Kriegsführung. In einem Interview mit der britischen Zeitung"The Telegraph" nennt Singer diese vier Gefahrenquellen:

1. Die Weltmächte konkurrieren wieder um eine Vormachtstellung.

Tiefgehende ideologische Konflikte flammen wieder auf: Wetteifern um die ökonomische und politische Poleposition in der Welt, Wettrüsten und vereiste diplomatische Beziehungen. Diese Beschreibungen klingen vielen wohl noch sehr vertraut: Es handelt sich um die Spannungsfelder, die auch den Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion begründeten.

2. Als Auslöser reicht ein kleines Ereignis – vielleicht sogar ein Unfall.

Es wäre nicht der erste Krieg, der durch ein weltpolitisch eher unbedeutendes Ereignis ausgelöst wurde. Ein Beispiel: das Sarajevo-Attentat von 1914, bei dem der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau erschossen wurden. Folge der Tat war der erste Weltkrieg, der schätzungsweise 17 Millionen Menschen das Leben kostete.

Singer kann sich nach eigenen Angaben gut vorstellen, wie etwas Ähnliches im Jahr 2015 passieren könnte: „Eins der vielen russischen Kampfflugzeuge, die gerade NATO-Grenzen erforschen, könnten mit einer RAF Typhoon zusammenstoßen und zu einem Luftkampf führen wie ihn die Welt seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat.“

3. Chinas rasanter Aufstieg zur Weltmacht kommt nicht ohne Konflikt aus.

In nur 30 Jahren hat das Land den Anteil am Welthandel versechsfacht. Experten schätzen, dass China die USA spätestens 2035 als stärkste Wirtschaftsmacht der Welt ablösen wird. Veränderungen der weltweiten Machtverhältnisse in dieser Größenordnung sind in der Geschichte der Menschheit noch nie ohne Reibungen abgelaufen, argumentiert Singer.

Er bezieht sich auf Harvard-Professor Graham Allison: „Allison hat herausgefunden, dass 11 von 15 solcher Fälle seit dem Jahre 1500 in einem Konflikt geendet haben.“

4. Gleichzeitig dient Russlands Rezession als Konfliktquelle.

Laut einer aktuellen Prognose der Weltbank wird Russlands Wirtschaft in den nächsten Jahren weiter abflauen. Derzeit ist das auf die hohen Sanktionen des Westens zurückzuführen – längerfristig spielen aber auch Faktoren wie niedrige Ölpreise und fehlende Investitionen eine Rolle: Die Experten rechnen mit einem Minus von mindestens 3,8 Prozent für dieses Jahr.

Trotz (oder wegen) der wirtschaftlich prekären Lage Russlands geht Putin gerade immer aggressiver vor, um den alten Status des Landes wieder herzustellen. Wie weit er dabei gehen wird – das ist bisher unklar.

Und wie würde der dritte Weltkrieg aussehen?

Hackerangriffe auf allen Ebenen würden die Kriegsführung komplett verändern.

Russische Angriffe auf NATO-Satelliten, chinesische Hackerangriffe auf Londons öffentliches Verkehrsmittelsystem, amerikanische Angriffe auf russische Militärdrohnen - all das wäre laut Singer Teil der neuen Kriegsführung.

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