POLITIK
09/10/2015 13:19 CEST | Aktualisiert 09/10/2015 15:41 CEST

Der unglaubliche Auslöser für die Krise in Syrien

Getty
Alles begann mit einem Graffiti

Unglaublich, aber wahr: Die Geschichte der Syrien-Krise beginnt mit einem Graffito – und einer Gruppe Kinder.

Der Tag, der alles verändern sollte: Es ist der 15. März 2011. Ein einfaches Graffito ziert die Schulmauer in der syrischen Kleinstadt Daraa. Die Künstler: eine Gruppe von Kindern und Teenagern. Was harmlos, fast alltäglich, klingt, entfachte einen Konflikt, der bereits Hunderttausende von Menschen zur Flucht gezwungen hat.

„Das Volk will das Regime stürzen“, stand da in Sprühfarbe. Das Problem: Dieser kurze Satz spiegelte die angespannte Situation in Syrien perfekt wider – und die Regierung hatte genau das jetzt schwarz auf weiß.

Das syrische Regime reagierte sofort. Die Gruppe von 15 Jungen im Alter von 10 bis 15 Jahren wurde kurz darauf festgenommen und gefoltert. Erst als Tausende von Menschen auf den Straßen nach ihrer Freilassung schrieen, wurden die Kinder freigelassen.

Aber für eine Deeskalation war es längst zu spät. Die Menschen blieben auf der Straße und friedliche Demonstrationen wurden schnell zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Ein Augenzeuge berichtet in einem Interview mit „World Watch Monitor“: „Erst dachten wir: ein paar Leute auf der Straße, die protestieren – ist doch nicht so schlimm. Aber dann fingen die Schießereien an und alles hat sich verändert. Da war überall Blut auf den Straßen. Den Menschen fiel es plötzlich leicht, zu töten. Mein Vater hat gesagt, dass es diesmal nicht aufhören wird.“

Das ist mittlerweile über vier Jahre her. Abertausende sind ermordet worden. Abertausende sind auf der Flucht. Und alles begann mit einem Graffito.

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