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08/10/2015 10:45 CEST | Aktualisiert 08/10/2016 07:12 CEST

Nobelpreis für Literatur: Swetlana Alexijewitsch wird für ihr vielstimmiges Werk geehrt

Der Literatur-Nobelpreis geht in diesem Jahr an eine Autorin aus Weißrussland.
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Der Literatur-Nobelpreis geht in diesem Jahr an eine Autorin aus Weißrussland.

Der Nobelpreis für Literatur geht dieses Jahr an die weißrussische Autorin Swetlana Alexijewitsch (67), wie die Schwedische Akademie in Stockholm bekanntgegeben hat. Die Begründung: "Für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt". Alexijewitsch wurde 1948 in der Ukraine geboren und ist in Weißrussland aufgewachsen. Laut dem Verlag Hanser Berlin arbeitete sie als Reporterin. Über die Interviews, die sie dabei führte, sei sie zu einer eigenen literarischen Gattung, dem dokumentarischen "Roman in Stimmen" gekommen.

Ihre Sprachen wurden weltweit übersetzt

Ihre Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Vor dem Literaturnobelpreis erhielt sie bereits zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 1998 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück (2001) und den National Book Critics Circle Award (2006). 2013 kam der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels hinzu.

Swetlana Alexijewitschs Werke

Zu ihren wichtigsten Werken zählen "Der Krieg hat kein weibliches Gesicht", in dem es um die Frauen geht, die im Zweiten Weltkrieg in der Roten Armee gekämpft haben, "Zinkjungen" - für das Buch interviewte die Schriftstellerin mehr als fünfhundert Veteranen aus dem sowjetischen Afghanistankrieg und Mütter von gefallenen Soldaten - oder "Die letzten Zeugen": Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sprechen Männer und Frauen, die beim Einmarsch der Deutschen in Weißrussland noch Kinder waren, zum ersten Mal über ihre Erinnerungen.

Der Literaturnobelpreis wird wie die Preise in den anderen Kategorien auch am 10. Dezember verliehen, dem Todestag Alfred Nobels. Das Zeremoniell findet im Stockholmer Konzerthaus in Beisein der schwedischen Königsfamilie statt.

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