WIRTSCHAFT
08/10/2015 14:59 CEST | Aktualisiert 08/10/2015 18:09 CEST

Arbeiten, bis wir 100 sind: So beschreibt ein Forscher die Arbeitswelt der Zukunft

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So dunkel sieht die Zukunft unserer Kinder aus

Du machst dir Sorgen um deine eigene Rente? Um unsere Kinder steht es scheinbar noch viel schlechter: Der britische Wirtschaftsexperte und Zukunftsforscher Rohit Talwar beschreibt die Arbeitswelt der Zukunft, die mit unserer heutigen kaum mehr etwas zu tun hat.

Und die ist ziemlich düster. Unsere Kinder werden 40 unterschiedliche Jobs haben, trotzdem in der Mehrheit arbeitslos sein und erfahren in der Schule eine völlig falsche Ausbildung. Wir haben 6 seiner eindringlichsten Thesen zusammengefasst, die er auf einer Konferenz in England vorstellte. Und sie stehen mit vielem im Widerspruch, was wir uns heute von der Arbeitswelt der Zukunft erhoffen.

1. Laut Talwar werden unsere Kinder in der Schule auf Berufe vorbereitet, die es zur Zeit ihres Abschluss’ gar nicht mehr geben wird. Laut seinen Forschungen werden schätzungsweise 30 bis 80 Prozent der heutigen Berufe spätestens in den nächsten 20 Jahren verschwinden – eine Folge des weltweiten Trends zu Automatisierung und Technisierung.

2. Viele Menschen werden um sehr wenige Jobs konkurrieren. Laut Talwar ist in Zukunft eine Arbeitslosenquote von über 50 Prozent durchaus möglich.

3. Um überhaupt Geld verdienen zu können, werden unsere Kinder mehrere kleine Jobs kombinieren müssen. Sharing-Modelle werden potenzielle Arbeitgeber werden: „Man fährt dann vielleicht halbtags für Uber, vermietet sein Gästezimmer über AirBnB und vermietet einen Teil seines Schranks als Stauraum für Amazon“, beschrieb Talwar seine düstere Zukunftsvorstellung laut britischen Medien in einer Konferenz mit britischen Schuldirektoren.

4. Ein „fester Job“ wird Vergangenheit sein. Wer tatsächlich sein ganzes Leben lang eine Arbeit hat, muss laut Talwar in seinem Leben mit bis zu 40 verschiedenen Jobs in 10 verschiedenen Branchen rechnen.

5. Unsere Kinder werden arbeiten, bis sie 100 sind. Eine Rente mit 63 wird für unsere Kinder einmal eine Traumvorstellung bleiben. Sie werden weitaus länger arbeiten müssen – das liegt teilweise auch an einer weitaus höheren Lebenserwartung von bis zu 120 Jahren.

6. Traditioneller Unterricht wird unseren Kindern nicht helfen. Britischen Schuldirektoren riet der Experte, das Schulsystem jetzt schon an diese unsichere Zukunft anzupassen: Weil den Kindern traditioneller Schulunterricht hierfür nicht weiterhelfen würde, rät der Experte zu Unterricht in „Lebenskompetenzen“ – Meditationsunterricht und Übungen zur Stress-Bewältigung würden viel wichtiger für diese Generation werden, um mit den ständigen Veränderungen umgehen zu können.

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