POLITIK
08/10/2015 02:20 CEST

Eine Zahl zeigt, was Putins wahre Absichten in Syrien sind

Russian Defense Ministry
Ein russisches Kampfflugzeug landet in Syrien

Eine Zahl zeigt Putins wahren Absichten in Syrien. Mehr als 90 Prozent der bisher von den USA registrierten russischen Luftangriffe in Syrien gelten nicht der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder Terroristen, die mit Al-Kaida verbündet sind. Dies sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, am Mittwoch in Washington.

Die Luftschläge seien weitgehend gegen Oppositionsgruppen gerichtet. Fast ausschließlich Gruppen, die gegen einen Verbleib des Regimes von Präsident Baschar al-Assad kämpften, würden von Russland angegriffen.

Russland griff erstmals von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer an. Mehrere Kreuzer hätten elf Stellungen der Terrormiliz bombardiert, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch. Über die Flugbahnen russischer Marschflugkörper seien die USA nicht informiert worden, gab der Marine-Kapitän Jeff Davis im Pentagon an. Dass Russland diese im Kaspischen Meer positioniert habe, sei aber "keine Überraschung".

Die USA versuchen, den russischen Angriffen auszuweichen. In mindestens einem Fall habe ein US-Kampfflugzeug seinen Kurs geändert, um eine "sichere Trennung" von russischen Maschinen zu gewährleisten, sagte Marine-Kapitän Jeff Davis im Pentagon. Wie nah die Flugzeuge sich kamen sowie wann und wie oft es bisher zu Ausweichmanövern kam, sagte Davis nicht.

Das syrische Regime begann unterdessen eine Bodenoffensive gegen Rebellen. Die Gefechte nördlich der Stadt Hama seien die heftigsten seit Monaten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Russische Jets hätten in den Provinzen Hama und Idlib fast 40 Ziele bombardiert. Die Operation richtet sich gegen ein Rebellenbündnis, das sowohl das Regime als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpft.

Assad erhält dabei Unterstützung vom Iran und der Hisbollah. Gegner und Verbündete des Regimes hatten in den vergangenen Tagen berichtet, Tausende Kämpfer aus dem Iran und von der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah seien für eine Bodenoffensive der Armee gegen Rebellen nach Syrien verlegt worden. Osama Abou Seid, Militärberater der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA), erklärte, der Einsatz am Mittwoch sei der Beginn dieser Offensive. Zunächst war unklar, ob das Regime die Rebellen zurückdrängen konnte. Es gebe auf beiden Seiten Opfer, hieß es.

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