WIRTSCHAFT
07/10/2015 15:05 CEST | Aktualisiert 07/10/2015 15:30 CEST

Ethikkommission will Fifa-Chef Blatter für 90 Tage suspendieren

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Das Schicksal von Fifa-Chef Sepp Blatter scheint besiegelt. Noch bis Freitag tagt die Ethik-Kommission des Fußballverbandes hinter verschlossenen Türen - doch die große Nachricht ist jetzt schon raus. Offenbar empfehlen die Mitglieder, Blatter für 90 Tage vorläufig zu suspendieren. Das berichtet die "BBC". Über derartige Anträge muss die rechtsprechende Kammer unter dem Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert befinden.

Was bedeutet das Urteil? Gegen Blatter hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren unter anderem wegen des Verdachts der "ungetreuen Geschäftsbesorgung" eingeleitet. Sollte der 79-jährige tatsächlich suspendiert werden, darf er keine fußballbezogene Aktivität mehr ausüben - sein ebenfalls skandalumwitterter Vize Issa Hayatou aus Kamerun würde satzungsgemäß vorerst das Amt übernehmen.

Der Fifa-Boss selbst ist sich auch weiterhin keiner Schuld bewusst. "Die Lage ist nicht erfreulich. Man verurteilt mich vor, ohne Beweise für irgendein Fehlverhalten meinerseits. Eigentlich ist das ungeheuerlich", sagte er in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe der Zeitschrift "Bunte". Er wolle bis zum außerordentlichen Kongress im Amt bleiben, betonte Blatter. "Ich versichere Ihnen, dass ich am 26. Februar 2016 aufhören werde. Dann ist definitiv Schluss. Aber keinen Tag früher", sagte er.

Auch Uefa-Chef Michael Platini droht Ärger. Im Korruptionsskandal um den Fußball-Weltverband war der Franzose von den Schweizer Behörden als Auskunftsperson vernommen worden. Der Chef der Europäischen Fußball-Union muss nun den FIFA-Ethikern erklären, warum er für Dienste zwischen Januar 1999 und Juni 2002 erst knapp neun Jahre später von Blatter bezahlt wurde.

2011 unterstützten die Uefa-Verbände unter der Führung von Platini den Schweizer im Wahlkampf gegen den Katarer Mohamed bin Hammam. Platini verteidigte die empfangene Zahlung mehrfach öffentlich. Bei einer Suspendierung wären seine Ambitionen auf das FIFA-Amt hinfällig.

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