POLITIK
06/10/2015 02:15 CEST | Aktualisiert 06/10/2015 04:01 CEST

7 Fakten zu Obamas Plan, in das Herz des IS vorzustoßen

Barack Obama vor dem Weißen Haus am 4. Oktober 2015
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Barack Obama vor dem Weißen Haus am 4. Oktober 2015

Planlos, zögerlich, unmotiviert - das waren die Adjektive, mit denen Obamas Syrien-Politik beschrieben wurde. Nachdem bekannt wurde, dass 500 Millionen US-Dollar ausgegeben wurden, um gerade Mal fünf syrische Rebellen von der CIA ausbilden zu lassen, wurde sein Vorgehen endgültig zum Gespött der Welt.

Dann wurde der US-Präsident auch noch vom entschlossenen Vorgehen Russlands überrascht. US-Fernsehsender fragte sogar den russischen Präsidenten Wladmir Putin, ob er Obama für "schwach" halte - ein Vorwurf, der im oft von den Republikanern gemacht wurde. Doch Putin hält Obama nicht für schwach. Und wie sich herausstellte, scheint er auch nicht planlos zu sein.

Ein Bericht der "New York Times" überraschte gestern die Welt. Demnach plant Obama bereits seit Monaten eine Großoffensive gegen den Islamischen Staat, die schon bald beginnen soll. Nach Angaben von US-Beamten befindet sie sich in der letzten Planungssphase. Doch die Zeitung konnte eine Reihe von Details nennen.

Hier sieben Fakten zu dem Plan, mit dem Obama den IS besiegen will:

1. Die Offensive soll sich gegen die Stadt Rakka richten

Der Angriff soll sich von Norden aus gegen die inoffizielle Hauptstadt des Islamischen Staates, Rakka, richten. Die Stadt dient der Terrormiliz nicht nur als Kontrollzentrum, sondern ist auch ein wichtiger Umschlagplatz für Truppen- und Waffentransporte.

2. Die Stadt soll nur umzingelt, aber nicht eingenommen werden

Der Plan sieht ausdrücklich nicht vor, die stark verteidigte Stadt einzunehmen. Stattdessen soll sie umzingelt werden, um so Versorgungsrouten, die von der Stadt aus nach Nordosten und Nordwesten verlaufen, abzuschneiden. So soll das logistische Zentrum des IS lahmgelegt werden.

3. Kurdische Einheiten sollen die Hauptlast tragen

Wie US-Beamte bekannt gaben, soll der Angriff vor allem mit kurdischen Kämpfern ausgeführt werden. Es ist 25.000 Soldaten die Rede. Weitgehende unbeachtet von der Weltöffentlichkeit sind kurdische Kämpfer der PYG und Einheiten der Free Syrian Army nach der erfolgreichen Verteidigung in Kobane in Syrien schon weit in das IS-Gebiet eingedrungen.

4. Auch arabische Rebellen aus Syrien sollen beteiligt werden

Zusätzlich zu den kurdischen Kämpfern wollen die USA 3000 bis 5000 syrische Rebellen direkt mit Waffen und Munition ausrüsten. Diese sollen in den letzten Monaten in Jordanien und der Türkei ausgebildet worden seien. Bei diesen arabischen Kämpfern handelt es sich um eine Gruppe mit dem Namen Syrische Arabische Koalition, die wiederum aus 10 bis 15 weiteren Gruppen besteht.

5. Luftangriffe aus der Türkei sollen verstärkt werden

Die Kämpfer sollen durch Dutzende Flugzeuge der Koalition unterstützt werden. Diese sollen von der türkischen Basis Incirlik aus starten. Australien, Frankreich und die Türkei sollen sich an den Luftangriffen beteiligen.

6. Die Rebellen sollen die Grenze zur Türkei abriegeln

Syrische Rebellen sollen auch ein Stück der Grenze zur Türkei abriegeln. Es handelt sich dabei um einen 96 Kilometer langen Streifen zwischen dem Fluss Euphrat und der Stadt Kilis. Der Abschnitt sei eine wichtige Versorgungsroute für den IS. Schon im Juli hätten sich die USA und die Türkei grundsätzlich auf diesen Schritt geeinigt. Gespräche mit der Türkei finden allerdings weiterhin statt.

7. Es gab keine Absprachen mit Russland

Der Plan wurde bereits ausgearbeitet, bevor Russlands Eingreifen in den Syrien-Konflikt bekannt wurde. Es handelt sich dabei also um keine Reaktion auf den Putin Vorstoß. Der Offensive ist nicht mit Russland abgesprochen.

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