POLITIK
05/10/2015 14:34 CEST | Aktualisiert 05/10/2015 14:34 CEST

"Unverantwortlich und extrem gefährlich": Nato warnt Russland nach Verletzung des türkischen Luftraums

Getty Images

Wegen seiner Luftangriffe in Syrien steht Russland ohnehin in der Kritik. Ein Vorfall mit einem russischen Kampfjet drückt nun die Stimmung zwischen Moskau und Ankara. Die Regierung in Ankara warnte Moskau vor Verletzungen ihres Luftraumes, nachdem türkische Flugzeuge einen russischen Kampfjet im Grenzgebiet zu Syrien abgefangen hatten.

Russland bestätigte den Vorfall. Nach dem Vorfall in der Grenzregion Hatay vom Samstag hatte die Türkei dem russischen Botschafter eine Protestnote übergeben. Kremlsprecher Dmitri Peskow kündigte eine Prüfung an. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sprach von einer "versehentlichen" Verletzung des Luftraumes und einer "freundlichen Warnung".

Das westliche Verteidigungsbündnis Nato reagierte deutlich schärfer. Das Eindringen in das Hoheitsgebiet des Bündnispartners stelle ein unverantwortliches Verhalten dar und sei extrem gefährlich, teilte die Verteidigungsallianz am Montag nach einer Sondersitzung auf Botschafterebene mit.

Russland müsse alles dafür tun, dass es nicht zu weiteren Vorkommnissen dieser Art komme. Die Alliierten stünden fest an der Seite ihres Partners Türkei, hieß es. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wollte noch am Montag mit Vertretern der Bündnisstaaten die Situation diskutieren. "Russlands Handeln trägt nicht zu Sicherheit und Stabilität der Region bei", kritisierte er in Brüssel.

Moskau und Ankara sind in der Frage des Syrien-Konfliktes gespalten. Russland hilft mit seinen Luftangriffen dem umstrittenen Machthaber Baschar al-Assad. Die Türkei dagegen unterstützt Kämpfer der moderaten Opposition, die Assad stürzen wollen.

Hintergrund: Nach Angaben der Nato kam es sowohl am Samstag als auch am Sonntag zu Verletzungen des türkischen Luftraumes durch russische Kampfflugzeuge vom Typ SU-30 and SU-24. Sie ereigneten sich in der Region Hatay, die an der türkischen Grenze zu Syrien liegt.

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