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05/10/2015 07:48 CEST | Aktualisiert 05/10/2016 07:12 CEST

Herbert Grönemeyer: Seehofer will "im rechten Lager fischen"

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Scharfe Attacke von Herbert Grönemeyer gegen Horst Seehofe

In der Flüchtlingspolitik zieht sich ein tiefer Graben durch die Union: Während Kanzlerin Angela Merkel (61, CDU) syrische Flüchtlinge im September dazu aufforderte, nach Deutschland zu kommen, kritisiert Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (66, CSU) diese Entscheidung immer schärfer. Keine einfachen Voraussetzungen für Kanzleramtschef Peter Altmaier (57, CDU), der im Sonntags-Talk von Günther Jauch (59) die Unionsparteien als Einheitsfront vertreten musste.

Herbert Grönemeyer attackiert "Brandstifter" Horst Seehofer

Altmaier gab sich redlich Mühe, die Differenzen herunterzuspielen: Meinungsverschiedenheiten bestünden nur in "Nuancen", die Unionsparteien würden weiter "an einem Strang" ziehen und alle Beschlüsse gemeinsam treffen - den Einfluss von Seehofers Anti-Flüchtlings-Rhetorik versuchte Altmaier auf diese Weise kleinzureden. Obwohl Jauch mehrfach nachhakte, blieb Altmaier bei diesem Spagat. Irgendwann hatte ein anderer Gast genug davon: Deutschrock-Star Herbert Grönemeyer (59 "Morgen". "Das ist doch verbale Brandstiftung, was der Seehofer macht!", entfuhr es dem Musiker. Der CSU-Chef wolle in Wahrheit nur "im rechten Lager fischen."

Diese scharfe Attacke brachte Altmaier endlich aus dem Konzept, nachdem er zuvor über sämtliche Einwände wortreich hinweggeredet hatte. Grönemeyer habe sich im Ton vergriffen, fiel ihm da nur ein. Den Vorwurf der geistigen Brandstiftung könne man "so nicht stehen lassen." Auch sonst kamen die beiden auf keinen gemeinsamen Nenner. Während etwa Altmaier betonte, dass die Asylsuchenden nun stärker auf andere EU-Staaten verteilt werden sollten, um Deutschland zu entlasten, appellierte Grönemeyer dafür, zur Finanzierung der Flüchtlingshilfen die Reichen stärker zu besteuern.

Modische Gemeinsamkeit in einer hitzigen Debatte

Jauch machte zum Schluss wenigstens eine modische Gemeinsamkeit aus, mit der er etwas Entspannung in die Runde brachte: Altmaier wie auch Grönemeyer waren in bunten Socken zur Gesprächsrunde erschienen, der Kanzleramtschef in Lila, der Sänger in Orange.