POLITIK
05/10/2015 06:05 CEST | Aktualisiert 06/10/2015 04:55 CEST

"NPD-Propaganda": ARD zeigt Regierungsviertel voller Minarette und die Kanzlerin mit Kopftuch

Was war das denn? Die ARD stieg in ihrer Sendung "Bericht aus Berlin" am Sonntag mit einem Hintergrundbild ein, das für Aufregung sorgt. Das Regierungsviertel voller Minarette, die Kanzlerin im Tschador, der im Iran typischen Kopfbedeckung. Bildsprache, die an Plakate bei Pegida-Märschen erinnert.

Dazu fragte Moderator Rainald Becker: "Was geschieht mit unseren Werten?" Oder: "Wie reagieren wir, wenn Flüchtlinge Probleme haben, mit Frauenrechten, mit Presse- und Meinungsfreiheit?"

merkel tschador minarett ard

Das hätte sich ein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender nicht erlauben dürfen, fand unter anderem Journalist Jakob Augstein. Der postete im Anschluss an die Sendung auf Facebook:

Die ARD hat doch einen Knall. Das Regierungsviertel im Schatten der Minarette, die Kanzlerin im Tschador. Dazu...

Posted by Jakob Augstein on Sonntag, 4. Oktober 2015

"Kennen die Kollegen die islamfeindliche Propaganda der NPD nicht? Ich mag das Wort nicht: Aber das halte ich für einen Skandal."

Augstein war mit seinem Ärger über die Bildmontage nicht allein. Andere sprachen von einem "Tiefpunkt" der ARD. Oder von einer "komplett verunglückten" Sendung.

Fest steht: Durch die Flüchtlingskrise ist die Stimmung in Deutschland angeheizt, vermeintlich kleine Dinge können große Reaktionen hervorrufen. Und solche Bildmontagen können schnell fehlinterpretiert werden. Die ARD sollte das wissen.

Natürlich sei es auch das Ziel gewesen, mit der Grafik Aufmerksamkeit zu schaffen und zu polarisieren, kommentierte die ARD auf HuffPost-Anfrage. "Wir halten jedoch auf Grund unseres journalistischen Selbstverständnisses diese zugespitzte Darstellungsform für legitim. Jegliche Unterstellung, wir würden islamfeindliche Propaganda betreiben, weisen wir entschieden zurück."

UPDATE 14:15 Uhr: Der Text wurde um das ARD-Statement ergänzt.

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