POLITIK
04/10/2015 11:23 CEST | Aktualisiert 05/10/2015 08:42 CEST

Jusos fordern Jugendquote für Parlamente und Mitbestimmungsrecht für Schüler an Lehrplänen (EXKLUSIV)

dpa
Juso-Chefin Uekermann

Juso-Chefin Johanna Uekermann hat einen wegweisenden Vorschlag gemacht, damit die Meinung junger Menschen in Parlamenten besser vertreten wird. "Wir brauchen eine Jugendquote", fordert Uekermann im Interview mit der Huffington Post. Parteien müssten einen Teil ihrer vorderen Listenplätze bei Wahlen für junge Menschen reservieren.

"Anders funktioniert es nicht, mehr junge Leute in die Parlamente zu bekommen", sagte die Chefin der SPD-Nachwuchsorganisation. Parteistrukturen und –hierarchien verhinderten, dass ausreichend junge Menschen die Chance auf Plätze im Parlament bekämen. "Und es wäre gut, wenn junge Menschen etwa entsprechend dem Anteil ihrer Altersgruppen an der Bevölkerung in den Parlamenten vertreten wären."

Bei den Jusos dürfen Menschen bis 35 mitmachen. Nur 32 der 630 der Abgeordneten im Bundestag sind unter 35 Jahren alt. Das sind ungefähr 5 Prozent, ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt aber 35 Prozent.

Uekermann fordert auch grundsätzlich mehr Mitsprache für junge Menschen. "Schüler sollten mitbestimmen dürfen, wie der Lehrplan aussieht", sagte sie der Huffington Post. Worauf sie die Schwerpunkte setzen wollten, welche Projekte an der Schule laufen und worin investiert werden sollte.

"Das sind schließlich die, die etwas lernen sollen", sagte Uekermann. "Und das funktioniert am besten, wenn der Lernstoff ihren Interessen entspricht." Sie sollten nicht ganz allein entscheiden, sagte die Juso-Chefin. "Aber es gibt schon unterschiedlichste Modelle, wie bessere Mitbestimmung aussehen könnte. Zum Beispiel die Drittelparität. Ein Drittel derjenigen, die über wichtige Themen, wie Lehrpläne entscheiden, sollten Schüler sein."

Junge Leute seien keinesfalls unpolitisch, sagte Uekermann. "Aber viele nervt gewaltig, dass sie nicht mitbestimmen dürfen. Sie müssten schon in der Schule oder der Ausbildung merken, dass sie Einfluss auf Entscheidungen haben. Dass sich konkret etwas verändert, weil sie da sind und sich einbringen."

Die Junge Union lehnt die von den Jusos geforderte Jugendquote ab. "Wir wollen, dass die Menschen nach ihrer Leistung und ihrem Einsatz und ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihres Alters beurteilt werden", sagte der Chef der CDU-Nachwuchsorganisation, Paul Ziemiak, der Huffington Post.

Niemandem solle vorgeworfen werden können, einen Job oder ein Amt nur aufgrund einer Quote bekommen zu haben. "Das gilt auch in der Politik. Die Jugend hat in der Union alles Nötige, um sich ohne Quoten durchzusetzen."

Das ganze Interview mit Juso-Chefin Uekermann lest ihr hier.

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