POLITIK
04/10/2015 14:25 CEST | Aktualisiert 04/10/2015 14:32 CEST

Deutsche Juden in Sorge: "Flüchtlinge stammen aus Ländern, in denen Israel zum Feindbild gehört"

Die jüdische Gemeinde in Deutschland ist in Sorge. Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, warnt vor einem zunehmenden Antisemitismus in Deutschland. Ausgehen würde dieser von zugewanderten Arabern, wie die "Welt am Sonntag" berichtet.

"Unter den Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen, stammen sehr viele aus Ländern, in denen Israel zum Feindbild gehört. Sie sind mit dieser Israelfeindlichkeit aufgewachsen und übertragen ihre Ressentiments häufig auf Juden generell", sagte Schuster der "WAMS".

Deshalb gebe es jetzt bei in Deutschland lebenden Juden die Furcht, dass sich diese Feindbilder auch auf Juden in Deutschland auswirkten. Deshalb sollten die Zuwanderer jetzt schnellstmöglich in die deutsche "Wertegemeinschaft" eingebunden werden, fordert Schuster. Kanzlerin Merkel habe Schuster versprochen, "sich zu kümmern", schreibt die "WAMS".

Und tatsächlich scheint der Antisemitismus in Deutschland zu wachsen. Wie "Spiegel Online" schreibt, ist 2014 die offiziell registrierte Zahl antisemitischer Straftaten in Deutschland um rund zehn Prozent auf 864 Fälle gestiegen. Andere Schätzungen kommen auf noch höhere Zahlen.

Freilich kommen die Flüchtlinge erst in den vergangenen Monaten verstärkt nach Deutschland - einen statistischen Zusammenhang gibt es hier also nicht. Dennoch: Experten warnen seit langem, dass der Antisemitismus vor allem bei arabischen Jugendlichen weit verbreitet ist. Unbegründet ist die Sorge von Schuster und der in Deutschland lebenden Juden deshalb nicht.

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