POLITIK
03/10/2015 12:26 CEST | Aktualisiert 03/10/2015 12:26 CEST

Die Spielerinnen der iranischen Fußball-Mannschaft sind nicht das, was sie vorgeben zu sein

In der Frauen-Fußballnationalmannschaft des Iran spielen offenbar mehrere Männer. Das berichtet der arabische Sender „Al Arabija“ unter Berufung auf eine Quelle, die dem Fußballverband nahesteht.

Die Rede ist von acht Männern. Nicht ganz klar geht daraus hervor, ob die acht Personen, deren Identität nicht enthüllt wird, noch immer Teil der Mannschaft sind oder ob es in den vergangenen Jahren acht Männer waren, die als Frauen auftraten. Die meisten Webseiten, die darüber berichten, interpretieren die Meldung allerdings derart, dass das Team zu mehr als der Hälfte aus Männer bestehe.

Geschlechtsumwandlung nicht vollständig beendet

„Al Arabija“ zitiert, so geht es aus der Google-Übersetzung hervor, aus einem Interview des „Club Junger Journalisten“ des Iran mit Mojtaba Sharifi vom iranischen Fußballverband. Sharifi habe gesagt, dass die Männer ihre Geschlechtsumwandlung nicht beendet hätten.

Seit der Gründer des extrem konservativen islamischen Staates, Ayatollah Ruhollah Chomeini, diese Art von Operation vor Jahrzehnten erlaubt hatte, weil der Koran sie nicht explizit verbiete, so schreibt die "Zeit", ließen sich nur noch in Thailand mehr Menschen umoperieren als im Iran. Denn Homosexualität gilt als Verbrechen - und so sehen viele Betroffene die Operation als einzige Möglichkeit, ihrem Dilemma zu entgehen.

Den Recherchen nach zahlt der Staat die Hälfte der Operationskosten. Offiziell lebten 20.000 Transsexuelle im Iran.

Das Thema falscher Frauen im Frauenfußball ist im iranischen Fußball nicht neu. Seit Jahren gibt es Vorwürfe. Vergangenes Jahr wurden laut Berichten des britischen "Telegraph" Tests zur Geschlechtsfestellung angeordnet, nachdem Zweifel bei vier angeblichen Damen bestanden hatten. Die "Zeit" berichtete, damals seien vier Sportler der Nationalmannschaft und drei aus der ersten Liga wegen nicht abgeschlossener Geschlechtsumwandlungen vorübergehend suspendiert worden.

Um den islamischen Sitten zu genügen, spielt die Frauenmannschaft des Iran mit langen Hosen, Ärmeln und Kopftuch.

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