POLITIK
03/10/2015 06:34 CEST | Aktualisiert 03/10/2015 07:34 CEST

"Heute-Show": So habt ihr Gregor Gysi noch nie gesehen

Politisch gesehen ist Gregor Gysi eher so eine mittelgroße Nummer. Als Linke-Fraktionschef im Bundestag hat man halt nicht gar so viel zu melden.

Aber als Redner ist Gysi im Bundestag unübertroffen. Keiner regt sich so schön auf wie er. Zappelt so cholerisch hinterm Rednerpult. Liefert sich Kabbeleien mit Bundestagspräsident Norbert Lammert. Und jetzt das.

Verlegen wie ein kleiner Junge

Gysi sitzt in einer Talkshow, lächelt verlegen wie ein kleiner Junge, beantwortet artig Fragen. Sagt verlegen lächelnd Sätze wie „Ob ich ein Dödel bin, müssen Sie entscheiden.“

Der „Heute-Show“ des ZDF ist gestern, am Freitag, gelungen, was sonst noch keiner geschafft hat. Oliver Welke hat den „Louis de Funès des Ostens“, wie er ihn nennt, gezähmt.

Angst? Taktik? Auf jeden Fall ein seltener Anblick ...

Gysi bekennt gleich zu Beginn seines Gastauftritts, dass er Angst habe. Weil ihm immer gefallen habe, wie andere in der „Heute-Show“ demontiert wurden. Und erklärt zum Schluss, dass er nur hergekommen sei, weil er die Herrschaft über seinen Terminkalender verloren habe. Seine Mitarbeiter hätten ihm das eingebrockt. Jetzt, zehn Tage, bevor er seinen Posten als Fraktionschef aufgibt.

Vielleicht ist Gysi wirklich zapplig.

Vielleicht haben die Zuschauer aber auch nur eine Facette des klugen Redners gesehen. Denn so putzig handzahm, wie er sich gibt, packt ihn Welke geradezu mit Samthandschuhen an. Er kann kaum anders.

Einzige Ausnahme: Welke bietet Gysi einen Haps-Flip an. Ein Gebräu aus der ehemaligen DDR. Bestehend aus Milch, Rotwein, Bier, Ei, Mehl.

Es ist das härteste, was er Gysi zumutet. Aber vielleicht reicht das auch.

Gysis Auftritt findet in der ZDF-Mediathek, ab Minute 29.

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