POLITIK
02/10/2015 15:09 CEST | Aktualisiert 02/10/2015 18:55 CEST

Aufschrei einer Polizistin: "Aggressionen gehen vermehrt von Migranten aus"

Getty

Tania Kambouri ist eine Polizistin mit griechischen Wurzeln. Und mit vielen Erfahrungen. Sie hat sie aufgeschrieben, ihr Buch heißt „Deutschland im Blaulicht – Notruf einer Polizistin“. Im Interview mit dem "Deutschlandfunk" sprach sie über die schockierenden Eindrücke aus dem Polizisten-Alltag.

Sie beklagt sich über mangelnden Respekt – vor allem seitens junger Männer mit muslimischem Hintergrund. „Ich erlebe das seit Wochen, Monaten und Jahren auf der Straße bei geringsten Kleinigkeiten", sagt Kambouri. "Wir fahren Präsenzstreife und werden von jungen Muslimen verbal angegangen. Das ist die Körpersprache, das sind Beleidigungen wie ,Scheiß Bulle' beim Vorbeifahren. Machen wir dann eine Verkehrskontrolle, steigert sich die Aggression immer weiter, und das ist eben vermehrt von den Migranten ausgehend.“

Wenn es vor Gericht geht, bemängelt die Polizistin fehlenden Rückhalt. „Viele Verfahren werden eingestellt oder auf Bewährung freigesetzt oder was auch immer. Ja, es ist ein Witz, was da vor Gericht mittlerweile passiert.“

Es gibt viele weitere Polizisten, die vor Problemen warnen – speziell mit Blick auf die Flüchtlingskrise. Etwa der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Auch er beschreibt das "typisch männliche Macho-Verhalten", von dem Kambouri berichtet. Die jungen Männer verstünden oftmals nicht, welches Wertegefüge in Deutschland wichtig sei, sagte Wendt "Focus Online".

Polizistin Kambouri fragt sich, wie es zu diesen Auffälligkeiten kommt. „Es wäre wichtig, wirklich zu sehen, warum Straftaten begangen werden", sagt sie. Ihre Antwort: gescheiterte Integration. Und die ist nicht nur Sache derer, die sich integrieren wollen – sondern auch der Gesellschaft, in die sich die Menschen integrieren möchten.

Heißt: Ja, es gibt offensichtlich Probleme mit jungen Muslimen. Aber es ist auch unsere Aufgabe, diese Probleme zu beheben. Sich nur zu beklagen, hilft niemandem.

Dass Einwanderer mit größerer Wahrscheinlichkeit kriminell werden, sehen aber auch nicht alle so. Der Münsteraner Kriminologe Christian Walburg etwa, der seine Doktorarbeit über die Zusammenhänge von Migration und Jugenddelinquenz geschrieben hat, kam in seinem Gutachten für den Mediendienst Integration zu dem Schluss, dass erwachsene Einwanderer "insgesamt eher nicht vermehrt durch Straftaten" auffielen.

Auch ausländische Jugendliche würden in den letzten Jahren immer seltener als Straftäter aktenkundig, wobei es einen "besonders deutlichen Rückgang" bei den Gewalttaten gebe.

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