POLITIK
02/10/2015 11:35 CEST | Aktualisiert 02/10/2015 14:46 CEST

Putin missbraucht deutsche Journalistin für seine Propaganda: "Erstunken und erlogen"

Wladimir Putin
Getty
Wladimir Putin

Propgaganda kennt keine Grenzen. Die russische schreckt auch nicht vor Falschmeldungen zurück. Wie der "Deutschlandfunk" berichtet, fand eine komplett erfundene Trunkenheitsstory über den ukrainischen Präsidenten den Weg in zahlreiche russische Medien, unter anderem in das Massenblatt "Moskowskij Konsomolez".

Ein alkoholisierter Präsident Petro Poroschenko soll sich laut diesen russischen Medienberichten in ein Linien-Flugzeug in Kiew gedrängt und ständig wiederholt haben, dass er mit Putin reden müsse. Mitgenommen habe ihn die Maschine nicht, so heißt es weiter.

Ihren Ursprung hat die Meldung vom angeblich betrunkenen Poroschenko bei der ominösen Online-Agentur "Charkow", deren Inhalte in der berühmt-berüchtigten St. Petersburger Trollfabrik erstellt werden. Besonders absurd: Die Propaganda-Meldung bezieht sich auf angebliche Informationen der WDR-Hörfunkkorrespondentin Christina Nagel. Die soll auf WDR 5 live gesagt haben:

"Aus zuverlässigen Quellen im ukrainischen Geheimdienst habe ich erfahren, dass der Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, gestern völlig betrunken war und nicht mit dem Linienflug Kiew-Moskau mitfliegen durfte."

In einem Statement stellte die Journalistin aber klar, dass die angeblichen Aussagen von ihr frei erfunden seien. "Das, was an dieser Geschichte stimmt, ist im Prinzip: Es gibt mich, und es gibt Herrn Poroschenko, aber das ist wirklich alles. Es gab weder einen Anruf von einer angeblich vertrauenswürdigen Quelle, noch so einen Bericht bei uns, weder von mir noch von irgendeinem anderen." Die Geschichte sei, "sagen wir es mal ganz platt, erstunken und erlogen".

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