LIFE
01/10/2015 13:47 CEST

Studie aus Stanford: Mehlwürmer könnten helfen, Styropor zu recyclen

Unsere Erde wird ein immer hässlicherer Ort. Nicht nur unsere Ozeane sondern ganze Landstriche versinken im Müll. Jeden Tag produzieren wir Menschen unglaubliche 3,5 Millionen Tonnen Abfall und wenn wir so weitermachen, dann verdoppelt sich diese Menge bis zum Jahr 2025. Die Müllentsorgung ist daher eine der größten Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht.

Ein großes Problem bei der Entsorgung ist Styropor (Polystyrol). Es wird als Verpackung immer beliebter und ist leider aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Jeder von uns hat irgendetwas aus Styropor mindestens einmal am Tag in der Hand – aus dem Stoff werden sogar Joghurt-Becher hergestellt. So praktisch Styropor als Verpackung auch ist, so ist es doch sehr schwer zu recyceln und gilt als biologisch nicht abbaubar.

Jetzt haben Wissenschaftler der renommierten Stanford-Universität eine Lösung gefunden. Sie klingt sehr viel versprechend, obwohl die neuen Helden des Recyclings etwas überraschen: Es handelt sich um Mehlwürmer. Ja, genau. Die Larven des Mehlkäfers, die ihr vielleicht schon einmal in einer vergessenen Mehlpackung im hintersten Küchenschrank gefunden habt, sind nicht nur als Fischfutter von Nutzen.

Die Forscher fütterten in der Studie 100 Mehlwürmer mit 34-39 Milligramm Styropor. Die Würmer konnten den Stoff mit Hilfe der Mikroben in ihren Körpern verdauen und die Hälfte davon in Kohlendioxid umwandeln.

Dieser hatte sogar so eine gute Qualität, dass er für den Boden von Kulturpflanzen verwendet werden könnte – aber um das sicherzustellen, muss noch weiter geforscht werden. Professor Craig Criddle aus Stanford, der die Untersuchungen leitete, sagte in einem Statement der Universität: „Manchmal überrascht uns die Wissenschaft. Das ist ein Schock.

Aber ein positiver. Das überraschendste an der Studie war, dass die Mehlwürmer selbst nicht unter der eigentlich unappetitlichen Nahrung zu leiden schienen. Es ging ihnen gesundheitlich nicht schlechter als der Mehlwürmer-Kontrollgruppe, die normal gefüttert wurde.

Jetzt wollen die Wissenschaftler herausfinden, welche Auswirkungen diese neuartige Recycling-Methode in größeren Zusammenhängen hat. Sie werden beispielsweise als Nächstes untersuchen, was passiert, wenn die Mehlwürmer von größeren Tieren gefressen werden, die wiederum von noch größeren Tieren gefressen werden.

Versuchsingenieur Wei-Min Wu aus Stanford meint: „Unsere Ergebnisse haben eine neue Möglichkeit eröffnet, wie das Problem der globalen Verschmutzung durch Plastikmüll gelöst werden kann.“

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