POLITIK
29/09/2015 16:04 CEST

Sinkende Umfragewerte der CDU: Merkel muss sich entscheiden, ob sie ihre Prinzipien oder die Kanzlerschaft aufgibt

Merkel muss sich entscheiden, ob sie ihre Prinzipien oder die Kanzlerschaft aufgibt
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Merkel muss sich entscheiden, ob sie ihre Prinzipien oder die Kanzlerschaft aufgibt

Bundeskanzlerin Angela Merkel erlebt gerade ihren Schröder-Moment: Was die Agenda 2010 für den SPD-Kanzler war, ist die Willkommenskultur für seine Nachfolgerin. Die Kanzlerin geht mit ihrer Flüchtlingspolitik auf Konfrontationskurs zu ihrer Partei und ihren Wählern - und hat eine Entscheidung getroffen, die dem Land guttut, vermutlich aber nicht honoriert wird. So, wie bei Schröder auch.

In Umfragen liegt die CDU deswegen auf Jahres-Tief. Politiker der Partei kritisieren Merkels "Wohlfühlsprech" mittlerweile öffentlich. Und immer neue Meldungen über Gewalt in Flüchtlingsheimen zeigen, welche Probleme auf die Regierung noch zukommen. "Gefährlich wird es für die Kanzlerin, wenn der Eindruck entsteht, dass die Flüchtlingskrise außer Kontrolle gerät", sagt etwa Wahlforscher Matthias Jung, Vorstand der Forschergruppe Wahlen, der "Huffington Post".

Nun steht Merkel vor der Wahl: Entweder muss sie ihre Prinzipien aufgeben - oder ihre Kanzlerschaft. Sie könnte auch zurücktreten oder die Vertrauensfrage stellen wie Schröder 2005.

Aber all das wäre ein Fehler. Die Flüchtlinge kann sie jetzt nicht mehr nach Hause schicken. Das Image von Deutschland, das sie in die Welt gesetzt hat und das so anziehend wirkt, liegt nicht mehr in ihrer Hand. Merkel muss jetzt Verantwortung übernehmen, ihren Kurs halten und die Krise effizient managen. Auch, wenn sie dafür mit ihrer Kanzlerschaft bezahlt.

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