LIFESTYLE
29/09/2015 11:03 CEST

Nach einem Telefoninterview stellte er sie ein. Doch als ihr Chef erfuhr, wie sie aussieht, wurde sie gefeuert

Twitter
Sie wurde aufgrund ihres Aussehens gefeuert

Claire Shepherd aus der walisischen Stadt Swansea hatte den perfekten Job gefunden. Nach einem äußerst erfolgreichen Telefoninterview stellte die Firma Dee Set sie als Einzelhandelskauffrau ein.

Shepherd hatte bereits einige Berufserfahrung gesammelt - sogar in leitenden Positionen - und brachte die nötige Flexibilität mit. Schon am Telefon bekam sie die Zusage für die Stelle und sollte eine Woche später anfangen.

Ihre Freude über den neuen Job hielt jedoch nur 30 Minuten an. Dann erhielt sie eine Nachricht von Dee Set, in der darauf hingewiesen wurde, dass Angestellte ihre Tattoos unter der Kleidung verstecken müssen.

"Ich dachte, dass es sich um eine alte Standard-E-Mail handeln musste. Also schrieb ich ihnen, dass ich Tattoos auf meinen Händen habe und hoffe, dass diese Tatsache meinen Job nicht beinträchtigen würde", schreibt die 27-Jährige in einem Facebook-Post.

"Ich habe sechs Jahre lang in Führungspositionen gearbeitet und meine Tattoos waren nie ein Problem."

Kündigung wegen Äußerlichkeiten

Dee Set sah das jedoch anders. Shepherd bekam eine Mail, in der stand, dass das Jobangebot zurückgezogen werde, da sie ihre Tattoos nicht verstecken könne.

"Ich war aufgrund meiner Fähigkeiten, Erfahrungen und Flexibilität perfekt für den Job. Sie haben ganz offensichtlich geglaubt, dass ich etwas zu bieten habe und die Richtige für die Stelle bin, schließlich haben sie mir den Job angeboten. Ich bin schockiert, dass Menschen mit sichtbaren Tätowierungen immer noch diskriminiert werden."

Der Facebook-Post wurde tausendfach geteilt. Inzwischen ist er aufgrund der Privatsphäre-Einstellungen auf Shepherds Seite nicht mehr öffentlich zugänglich. Doch sie veröffentlichte einen Sceenshot auf Twitter und bat einige berühmte Persönlichkeiten darum, das Bild zu retweeten.

Plus-Size-Model Tess Holliday tat ihr sogar den Gefallen.

Nachdem der Fall über die sozialen Netzwerke an Bedeutung gewonnen hatte, meldete sich auch Dee Set mit einem versöhnlichen Angebot. Die Firma bot Shepherd den Job erneut an und veröffentlichte ein Statement, in dem der Fehler eingeräumt wurde:

"Wir haben Claire gesagt, dass das Jobangebot weiterhin besteht. Wir stellen derzeit in ganz Großbritannien ein und heißen alle willkommen, die die richtigen Fähigkeiten mitbringen, um sich unserem wachsenden Team von Einzelhandels-Experten anzuschließen."

Doch Shepherd hatte verständlicherweise keine Lust mehr auf die Stelle. Sie arbeitet jetzt bei einer anderen Firma.

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Eigentlich nur ein Satzzeichen: Dieses winzige Tattoo rettet Leben

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