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29/09/2015 11:43 CEST | Aktualisiert 29/09/2015 12:15 CEST

Endometriose: Diese mysteriöse Krankheit betrifft jede zehnte Frau und wird häufig nicht erkannt

Young beautiful woman is having stomach ache. Isolated on white.
b-d-s via Getty Images
Young beautiful woman is having stomach ache. Isolated on white.

Kaum einer weiß, was sich hinter der Krankheit Endometriose verbirgt, dabei leidet geschätzt jede zehnte Frau im fortpflanzungsfähigen Alter darunter, wie eine Studie jetzt ergeben hat.

Oft wird Endometriose fälschlicherweise als Menstruationsschmerzen diagnostiziert, weil die Betroffenen in vielen Fällen unter starken Unterleibsschmerzen leiden. Die Krankheit kann aber auch ohne spürbare Symptome ablaufen. In diesen Fällen ist sie nicht weniger gefährlich, denn ohne dass sie es merken, kann Endometriose Frauen unfruchtbar machen.

Eine Studie, über die der “Guardian” berichtet, geht davon aus, dass 176 Millionen Frauen weltweit von der gefährlichen Krankheit betroffen sind.

Schwerwiegende Folgen wie Depressionen oder Probleme in der Ehe

Endometriose tritt meist im unteren Bauch- oder Beckenraum auf und zwar dann, wenn Gebärmutterschleimhaut in den Eierstöcken, der Blase oder dem Darm vorkommt, wo sie nicht hingehört. Jeden Monat blutet diese Schleimhaut und verursacht die teils unerträglichen Schmerzen, die so stark sein können, dass die Kranke ohnmächtig wird.

Oft dauert es Jahre, bis die Krankheit diagnostiziert ist - wenn sie überhaupt erkannt wird. Für Frauen, die lange unter Endometriose leiden, kann die Krankheit schwerwiegende Folgen wie Depressionen und Probleme in der Ehe und im Job zur Folge haben.

Lone Hummelshoj, die Leiterin der World Endometriosis Research Foundation und der World Endometriosis Society, sagte dem “Guardian”: “Endometriose trifft Teenager und junge Frauen auf dem Höhepunkt ihres Lebens - dann wenn sie Sport machen sollten, arbeiten, Kinder kriegen, Sex haben. 50 Prozent der Betroffenen können gar keinen Sex haben, weil sie zu große Schmerzen dabei haben.”

"Riesenskandal", dass Mittel für Forschung fehlen

Die Ursache für die Entstehung einer Endometriose konnten Wissenschaftler bisher nicht klären. Daher ist es sehr schwer, Möglichkeiten einer Behandlung oder einer Vorbeugung zu entwickeln.

Hummelshoj nennt es einen “Riesenskandal”, dass für die Forschung auf diesem Gebiet so wenig Geld da ist. Sogar in den schlimmsten Fällen könnte eine Spezialbehandlung die Schmerzen der Patientinnen um einiges lindern. Diese Behandlung aber muss erst entwickelt werden und dazu fehlen derzeit die Mittel. Dabei könnte sie das Leben von Millionen Frauen schlagartig sehr viel leichter machen.

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