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28/09/2015 13:02 CEST | Aktualisiert 28/09/2015 14:27 CEST

Marssonde hat Hinweise auf Wasser auf dem Mars - Voraussetzung für Leben

Auf dem Mars gibt es offenbar flüssiges Wasser. Darauf deuten neue Analysen von Messdaten der Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) der US-Raumfahrtbehörde Nasa hin. Flüssiges Wasser ist von zentraler Bedeutung für Leben, wie wir es kennen.

Konkret fanden die Forscher Hinweise auf salziges Schmelzwasser, das regelmäßig im Marssommer manche Steilhänge hinabfließe, wie Forscher um Lujendra Ojha vom Georgia Institute of Technology in Atlanta im Fachblatt "Nature Geoscience" berichten. Sofern an den beobachteten Marshängen tatsächlich zeitweilig flüssige Salzlauge fließe, könnten dort vorübergehend feuchte Bedingungen am Marsboden herrschen, hieß es nun.

Ob es wirklich Leben auf dem Mars gibt, ist aber noch offen. Die Wasseraktivität in der Lauge möglicherweise zu gering, um uns bekannte Mikroorganismen gedeihen zu lassen.

Wasser in Form von Eis wurde bereits früher schon auf dem Mars entdeckt. Ebenso zahlreiche Hinweise auf ausgetrocknete Gewässer. Flüssiges Wasser selbst hingegen wurde bislang nicht direkt beobachtet. S

Die Forschungsergebnisse im Detail: Die Experten hatten auffällige Fließstrukturen untersucht, die sich im Sommer regelmäßig an manchen Steilhängen auf dem Mars formen. Die in der Regel nur wenige Meter schmalen Strukturen entstehen, wenn die Temperaturen an den Hängen über rund minus 20 Grad Celsius klettern und regelmäßig auch den Gefrierpunkt übersteigen.

Schon seit der Entdeckung dieser Fließstrukturen spekulieren Forscher, dass sie von flüssigem Wasser stammen könnten, dessen Gefrierpunkt und Verdunstung durch Salze erheblich herabgesetzt wurde. Dieses Wasser könnte von Eis abschmelzen, das unter dem Marsboden vermutet wird, oder von den Salzen aus der dünnen Marsluft gebunden werden.

Die Signatur von Wasser oder Salzen ließ sich an den Fließstrukturen in den bisherigen Messdaten allerdings nicht finden. Die Ortsauflösung des sogenannten Spektrometers, mit dem die Sonde die chemische Zusammensetzung des Marsbodens untersucht, ist dafür nicht fein genug. Es kann maximal etwa 18 Meter große Bereiche pro Bildpunkt (Pixel) unterscheiden, und für die Auswertung müssen normalerweise die Werte von mehreren Pixeln kombiniert werden. Für die neue Analyse entwickelten die Forscher ein Verfahren, mit dem sich einzelne Pixel des Spektrometers auswerten lassen.

Tatsächlich zeigte sich in sorgfältig ausgewählten Pixeln, die zum Großteil von Fließstrukturen ausgefüllt werden, die Signatur typischer Salzhydrate. In der Umgebung fanden sich diese Signaturen dagegen nicht. Diese Beobachtung machten die Forscher bei Fließstrukturen an vier verschiedenen Orten auf dem Mars. Das lege sehr nahe, dass die Fließstrukturen von einer Salzlauge geformt würden, heißt es in "Nature Geoscience".

Erste Hinweise von “Curiosity": Bereits im April hatten andere Forscher berichtet, dass sich in den oberen Zentimetern des Marsbodens nachts eine Art Salzlauge bilden könnte. Sie hatten mit dem Marsrover "Curiosity" die Substanz Kalziumperchlorat entdeckt, die unter geeigneten Bedingungen Feuchtigkeit aus der Marsluft absorbieren und so eine Salzlauge bilden kann, die allerdings morgens wieder verdunsten würde. Für Leben sei es vermutlich zu wenig Wasser und zu kalt, schrieben die Wissenschaftler, ebenfalls in "Nature Geoscience".

Der "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) startete am 12. August 2005, am 10. März 2006 erreichte die Raumsonde den Roten Planeten. Ein Ziel der Mission ist, auf dem Roten Planeten nach Hinweisen auf Wasser zu suchen, zudem soll die Oberfläche kartographiert werden. Der beim Start über zwei Tonnen schwere Orbiter kreist dafür mit sechs wissenschaftlichen Instrumenten an Bord in einer Umlaufbahn um den Mars - darunter der bisher höchstauflösendsten Kamera dort. Die Daten des Orbiters werden auch dafür genutzt, günstige Landestellen für andere Marsmissionen auszuwählen.

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