WIRTSCHAFT
28/09/2015 10:56 CEST | Aktualisiert 28/09/2016 07:12 CEST

Collien Ulmen-Fernandes: Dokumentation über Textilfabriken in Kambodscha

Collien Ulmen-Fernandes machte sich vor Ort ein Bild über die Zustände in Kambodschas Textilfabriken
RTL II
Collien Ulmen-Fernandes machte sich vor Ort ein Bild über die Zustände in Kambodschas Textilfabriken

Alle sprechen über die Flüchtlingskrise, doch nun will Collien Ulmen-Fernandes (34, "Ich bin dann mal Mama") auf ein anderes wichtiges Thema aufmerksam machen: Für die "Echtzeit"-Dokumentation "Hoher Preis für billige Klamotten" (am Montag, 28. September, um 23.15 Uhr bei RTL II) machte die Moderatorin und Schauspielerin sich auf die Reise nach Kambodscha, wo in mehr als 400 Textilfabriken Kleidung der westlichen Modemarken produziert werden. Stellvertretend für Deutschlands junge Konsumenten nahm sie zwei modebewusste Teenager mit, die den Ursprung ihrer Kleidung hautnah miterleben sollten.

Heißt Billig gleich schlecht?

Collien Ulmen-Fernades hat sich auch schon als Piercerin versucht - wie sie sich dabei anstellte, sehen Sie auf Clipfish

Was ihre Begleiterinnen vor allem überraschte, war, welche Labels sie vorgefunden haben, wie Ulmen-Fernandes der Nachrichtenagentur spot on news erzählte. "Viele sind der Auffassung, dass vor allem Discounter in Billigländern produzieren. In der Realität ist es aber so, dass fast die gesamte westliche Kleidungsindustrie in diesen Ländern produziert", erklärt sie. Die Luxuswarenhersteller hätten sogar teilweise schlechtere Bedingungen in ihren Fabriken als die Discounter.

"Die Leute haben verinnerlicht: Billig gleich schlecht", sagt Ulmen-Fernandes. Doch sei es bei einem Lohnanteil von etwa 18 Cent pro T-Shirt selbst bei Discount-Ware ein Leichtes, das Doppelte oder Dreifache zu zahlen. Doch seien die Unternehmen zu sehr "auf Gewinnmaximierung getrimmt". "Die soziale Verantwortung wird dabei völlig außer Acht gelassen.

Boykott ist nicht der richtige Weg

Auch die Verbraucher sind deshalb gefragt. Boykott sei allerdings "auf keinen Fall" der richtige Weg, wie Ulmen-Fernandes sagt. "Was ein Boykott zur Folge hätte, hat man während der Finanzkrise gesehen, als weniger gekauft wurde. Damals mussten diverse Fabriken schließen und die Näherinnen und Näher landeten auf der Straße. Die Menschen vor Ort sind auf die Jobs angewiesen. Man muss aber dafür sorgen, dass die Bedingungen besser werden." Stattdessen gilt es, Augen und Mund aufzumachen und die Unternehmen in die Pflicht zu nehmen.

Dass dieses Thema inmitten des Flüchtlingsstroms leicht untergehen kann, ist Ulmen-Fernandes bewusst. "Aber ich habe das Gefühl, dass dadurch eine neue Menschlichkeitswelle entstanden ist", sagt sie. "Vielleicht fangen die Menschen nun auch an, darüber nachzudenken, wer ihre Jeans genäht hat."

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