POLITIK
28/09/2015 12:51 CEST | Aktualisiert 28/09/2015 13:47 CEST

Rede vor der UN: Obama nennt Assad einen Tyrannen, lehnt Gespräche mit ihm ab

getty
Obama nennt Assad einen Tyrannen, lehnt Gespräche mit ihm ab

US-Präsident Barack Obama hat den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad als "Tyrannen" bezeichnet. Assad "wirft Fassbomben auf unschuldige Kinder", sagte Obama in einer mit Spannung erwarteten Rede in der UN-Generaldebatte am Montag. Es sei fragwürdig, Assad in dem jahrelangen Bürgerkrieg zu unterstützen, sagte Obama. Nach soviel Blutvergießen und Gemetzel könne es nicht einfach eine Rückkehr zum Status quo vor Beginn des Bürgerkrieges geben.

Damit sind Spekulationen erst einmal beendet, die Obama an der Seite Putins in Syrien kämpfen sehen. Denn Obama zielte mit seiner Äußerung auf die Haltung Russlands als auch des Irans, die Assad beide als Machthaber akzeptieren und unterstützen. Moskau hatte sein militärisches Engagement in Syrien zuletzt massiv verstärkt.

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht Assad als Garanten für den Zusammenhalt Syriens - und den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Nach Ansicht Washingtons hat das Assad-Regime Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen begangen. Assad dürfe deshalb nicht Teil eines künftigen Regimes sein.

Auch mit Kritik an Russland sparte Obama nicht. Der US-Präsident warf Russland vor den Vereinten Nationen erneut eine Annexion der Halbinsel Krim und aggressives Verhalten in der Ostukraine vorgeworfen. "Wir können nicht einfach danebenstehen, wenn die Unabhängigkeit und Integrität der Ukraine schamlos verletzt werden", sagte Obama.

Gleichzeitig betonte Obama aber, dass Russland nicht isoliert werden dürfe. "Das wollen wir nicht. Wir wollen ein starkes Russland." Aber er sagte auch: "Wenn das in der Ukraine passiert, dann könnte das jedem anderen Land, das heute hier vertreten ist, auch passieren." Russland hätte anstelle dessen "wahre Diplomatie" praktizieren sollen. "Das wäre besser für die Ukraine, Russland und die Welt gewesen."

Lesenswert:

Auch auf Huffpost:

US-Präsident Obama lädt Bombenbastler ins Weiße Haus ein

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite