WIRTSCHAFT
27/09/2015 07:42 CEST | Aktualisiert 27/09/2015 11:27 CEST

Daimler-Chef Zetsche stellt klar: "Wir sind keine Betrüger"

In seinem Unternehmen werde nicht getrickst, sagt Daimler-Chef Zetsche
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In seinem Unternehmen werde nicht getrickst, sagt Daimler-Chef Zetsche

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen ist ein Beben, wie es die deutsche Wirtschaft noch nicht erlebt hat.Die Affäre um millionenfach manipulierte Abgaswerte dürfte Deutschlands größtes Unternehmen noch jahrelang belasten. Und die Affäre könnte noch größere Kreise ziehen.

Haben auch die anderen deutschen Automobilgiganten betrogen? Nein, stellt Daimler-Chef Dieter Zetsche im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" klar. "Wir halten uns grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben und haben keinerlei Manipulationen an unseren Fahrzeugen vorgenommen", sagte Zetsche.

Eine Software, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränkt, komme bei Mercedes-Benz nicht zum Einsatz. Zetsche erklärte, dass er als Konzernchef zwar nicht jedes technische Detail kenne, jedoch in alle Entwicklungsprojekte eingebunden sei.

Der Chef des Stuttgarter Herstellers hofft, dass sich der Skandal nicht nachhaltig auf die deutsche Autoindustrie auswirkt. "Doch das kann ich jetzt noch nicht beurteilen", sagte er. Gleichzeitig betonte Zetsche, dass er durchaus Mitleid mit dem zurückgetretenen VW-Chef Martin Winterkorn empfinde: "Auch Manager haben Emotionen. Mit Martin Winterkorn tritt ein sehr erfahrener, von mir sehr geschätzter Unternehmenslenker ab".

Wie groß der Skandal noch wird, ist derzeit unklar. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, befürchtet einen enormen Imageschaden für die gesamte deutsche Automobilbranche: "Die Folgen könnten nicht nur für den VW-Konzern unabsehbar sein, der sich gerade anschickte, weltweit die Nummer eins zu werden - sondern auch für den gesamten Automobilstandort Deutschland, seine Wertschöpfungsketten und sein Image", sagte Pfeiffer der "Huffington Post".

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