POLITIK
27/09/2015 06:08 CEST | Aktualisiert 27/09/2015 06:18 CEST

Ex-Außenminister Genscher lobt die deutsche Flüchtlingspolitik: "Für Menschlichkeit gibt es keine Grenzen"

Der "ewige Außenminister" lobt die Bundeskanzlerin
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Der "ewige Außenminister" lobt die Bundeskanzlerin

Angela Merkes Kurs in der Flüchtlingspolitik spaltet die Politik. Nachdem aus den Reihen der CSU Stimmen zu hören waren, dass die Entscheidung der Kanzlerin, die Grenzen für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge uneingeschränkt zu öffnen, ein "humanitärer Fehler" war, hat auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière erstmalig Fehler eingeräumt. Er bezeichnete die Grenzöffnung zudem als eine "einmalige Entscheidung".

Zuspruch bekommt die Bundeskanzlerin für ihre Flüchtlingspolitik von Hans-Dietrich Genscher. Im Interview mit der "Welt am Sonntag" lobte der frühere Außenministerin die Grenzöffnung als "große, wichtige und gute Entscheidung".

Genscher appellierte an alle EU-Staaten, Flüchtlinge aufzunehmen. "Die Flüchtlinge gehen nicht nur Deutschland, Österreich und Schweden etwas an", sagte der FDP-Politiker. Gleichzeitig betonte er, dass der Gedanke "der Krieg in Syrien ist weit weg und geht uns nicht an" gescheitert sei und der Vergangenheit angehören sollte.

Ebenso verteidigte Genscher die Aussage der Bundeskanzlerin, dass sich Deutschland für ein freundliches Gesicht nicht entschuldigen müsse: "Ich kann nachempfinden, was Frau Merkel gesagt hat. Denn wenn Deutschland ein Land des guten Beispiels ist, dann ist das etwas sehr Schönes nach allem, was war in unserer Geschichte". Denn: "Für Menschlichkeit gibt es keine Grenzen".

Um das Blutvergießen in Syrien endlich zu stoppen, plädiert Genscher für eine gemeinsame Initiative von Russland, China und den USA: "Syrien lehrt uns, dass der Frieden dort auch unser Frieden ist. Deshalb brauchen wir eine Initiative von Staaten, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen", erklärte er.

Im Konflikt des Westens mit Russland fordert der Mann mit dem gelben Pullunder ein Ende der Eiszeit. Seiner Meinung nach würde der russische Präsident Wladimir Putin keine reaktionäre Politik betreiben: "Putin ringt um die Position Russlands in einer neuen Weltordnung". Um den Konflikt zu entschärfen sei ein "neues Denken" gefragt. "Abschottung ist der falsche Weg", sagte Genscher.

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