POLITIK
27/09/2015 05:54 CEST | Aktualisiert 27/09/2015 06:09 CEST

Pofalla: Fußballfans sorgen für mehr Schwierigkeiten als Flüchtlinge

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Deutsche-Bahn-Vorstand Ronald Pofalla

Es sind teils chaotische Szenen: Flüchtlinge marschieren in Massen über die Bahnsteige, an denen sie gerade angekommen sind. Zum Bersten gefüllte Züge kommen aus dem Ausland nach Deutschland oder fahren mit Asylsuchenden Richtung Skandinavien. Gerät die Flüchtlingskrise außer Kontrolle?

Die Antwort muss Ronald Pofalla kennen. Der frühere Kanzleramtschef sitzt mittlerweile im Vorstand der Deutschen Bahn. Unter allen Unternehmen in Deutschland hat wohl keines so viel vom Flüchtlingsansturm gespürt wie der Berliner Konzern.

Sitzstreik im Bahnhof

Pofalla zieht im Interview mit der Rheinischen Post Bilanz: 100 Sonderzüge, 130.000 Flüchtlings-Fahrgäste. Pofalla berichtet von brenzligen Situationen - etwa der, als ein Zug mit Asylsuchenden nach Dänemark fahren sollte, die dortige Regierung jedoch die Einreise verweigerte: "Es kam zu einem Sitzstreik im Bahnhof, und andere haben sich geweigert, den Zug zu verlassen."

Wo es mit einem Sitzstreik anfängt, da sind Gewalt und Randale nicht weit, könnte man meinen. Doch Pofalla hat eine Gruppe Fahrgäste ausgemacht, mit denen der Umgang weit schwieriger ist als mit Flüchtlingen: gewaltbereite Fußballfans. "Mit einem bestimmten kleinen Teil der Fanszene haben wir in der Tat deutlich größere Probleme als mit Flüchtlingen", sagt Pofalla.

Randaleschäden in Millionenhöhe

Randale durch Ultra-Fans sorge im Jahr für Kosten von rund 1,5 Millionen Euro. Asylsuchende an Bord sind da offenbar weit angenehmer: "Bei den Flüchtlingen gab es bislang keine Probleme mit Aggressivität. Im Gegenteil: Diese Menschen sind auffallend friedfertig."

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