LIFESTYLE
26/09/2015 13:10 CEST | Aktualisiert 26/09/2015 18:00 CEST

Oxford-Studie: So sieht der ideale Tagesablauf aus - je nachdem, wie alt ihr seid

Thinkstock

Eigentlich wissen wir, dass wir längst schlafen sollten, sind aber einfach nicht müde genug, um einzuschlafen. Und wenn morgens der Wecker klingelt, fühlt es sich an, als sei es noch mitten in der Nacht.

Manchmal macht es den Eindruck als passten der Tagesablauf und der Rhythmus, dem unser Körper folgen möchte, so gar nicht zusammen. Der Oxford-Professor Paul Kelley will nun herausgefunden haben, woran das liegt. Er sagt: Den optimalen Tagesablauf bestimmt vor allem das Alter.

Der Schlafexperte untersuchte Probanden ab 20 Jahren danach, was für sie der ideale Lebensrhythmus ist. Seine Ergebnisse teilte er mit der “Daily Mail”.

Für Menschen zwischen 20 und 30 gilt folgender Ablauf:

Was viele überraschen dürfte: Laut Kelley ist es für Menschen ab 20 am besten, wenn sie erst gegen 9.30 Uhr aufstehen. Das liegt an dem Schlafhormon Orexin, das in unserem Gehirn dafür sorgt, dass wir aufwachen und auch wach bleiben. “Bei einem 20-Jährigen gewinnt Orexin erst am frühen Vormittag die Oberhand”, sagte der Experte dem Blatt.

Mit der Arbeit anfangen sollte ein 20- bis 30-Jähriger laut Kelleys Untersuchung erst um 12 Uhr. Erst dann fängt das Gehirn in dem Alter richtig an zu arbeiten. Wer mit diesem Argument zu seinem Chef geht, wird aber vermutlich auf keine große Begeisterung stoßen.

15.30 Uhr ist laut dem Schlafexperten die beste Zeit zum Mittagessen. Die beste Zeit für Sport ist zwischen 17 Uhr und 18 Uhr, denn dann sei die Lungenfunktion um ganze 18 Prozent höher als am späteren Abend, sagt Kelley.

Die perfekte Zeit für den Feierabend ist 20.00 Uhr. Denn dann beginnt die Aufnahmefähigkeit abzunehmen. Um 22 Uhr sind junge Menschen am kreativsten, deswegen empfiehlt Kelley, zu dieser Zeit zu malen, zu schreiben, Musik zu machen.

Um am nächsten Tag nicht müde zu sein, sollten Menschen zwischen 20 und 30 nicht nach ein Uhr ins Bett gehen, sagt der Experte. Eine Stunde vorher sollten alle elektronischen Geräte ausgeschaltet sein.

Ab dem 30. Lebensjahr verschiebt sich der ideale Rhythmus weiter nach vorne.

30- bis 40-Jährige sollten laut den Untersuchungen des Wissenschaftlers bereits um 8.10 Uhr das Bett verlassen und dementsprechend auch um 22.40 Uhr schlafen gehen. Doch auch sie sollten sich längst nicht so früh an den Büroschreibtisch setzen, wie das die meisten Deutschen machen. 10.40 Uhr ist laut Kelley für sie der ideale Zeitpunkt für den Arbeitsstart.

“Ab 40 ist der Wachzyklus bei uns stärker ausgeprägt als der Wachzyklus”, sagt der Forscher. Deswegen sollten Menschen zwischen 40 und 50 bereits um 7.50 Uhr aufstehen, aber auch erst um 23.30 Uhr ins Bett gehen. Der optimale Arbeitsbeginn ist 10.20 Uhr. Abendessen sollten sie dennoch nicht nach 20 Uhr, weil der Körper in dem Alter genügend Zeit braucht, um die Nahrung vor dem Zubettgehen zu verdauen.

Für Menschen zwischen 50 und 60 ist es ideal, wenn sie bereits um 7 Uhr aufstehen, um 9.30 Uhr anfangen zu arbeiten und um 14 Uhr einen Mittagsschlaf machen. “Es gibt einen Grund dafür, dass die meisten Autounfälle gegen 14 Uhr passieren”, sagt Kelley. „Die meisten Menschen um die 50 neigen am Nachmittag zu Ermüdung. Sie wird durch den Abfall des Blutzuckerspiegels hervorgerufen .“

Auch zu dem perfekten Zeitpunkt um Sex zu haben, hat der Wissenschaftler übrigens Erkenntnisse:

Seid ihr zwischen 20 und 30, ist 15 Uhr ein super Zeitpunkt, denn dann ist der Energiehaushalt auf dem höchsten Level. 30- bis 40-Jährige haben laut Kelley am besten morgens, gegen 8.20 Uhr Sex. Da steigt der Testosteronspiegel bei beiden Geschlechtern an.

Ab 40 solltet ihr lieber spätabends Sex haben, wenn ihr euch an Kelleys Forschungsergebnisse halten wollt. Denn ab diesem Alter ist es wichtig, dass der Körper zur Ruhe kommt und das schafft er erst ab 22 Uhr. Dann wird das Hormon Oxytocin freigesetzt.

Das Bedauerliche: Kelleys idealer Tagesablauf dürften für die allermeisten Menschen, die berufstätig sind, nur schwer einzuhalten sein. Einige der Punkte in seiner Untersuchung sollten wir uns aber tatsächlich zu Herzen nehmen.

Eine seiner Erkenntnisse: Regelmäßige Abwechslung und Ausgleich während der Arbeit brauchen wir, egal wie alt wir sind - sei es Sport oder ein kurzer Mittagsschlaf. Und: Zu lange Arbeitszeiten tun keinem gut.

Das Gegenteil ist der Fall. Ein Experiment in Schweden hat erst kürzlich gezeigt, dass Menschen, die nur sechs Stunden am Tag arbeiten, in ihrer Arbeitszeit durchschnittlich wesentlich produktiver sind als andere, die länger arbeiten. Arbeitgeber profitieren also nicht unbedingt davon, wenn ihre Angestellten länger im Büro sind.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Video: Dieser Vater hat eine geniale Antwort auf den Smartphone-Wahn seiner Kinder

Hier geht es zurück zur Startseite