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26/09/2015 14:15 CEST | Aktualisiert 27/09/2015 05:04 CEST

Dieser geheime Mega-Tresor soll das Überleben der Menschheit sichern

Hier lagern 860.000 Samenrproben
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Hier lagern 860.000 Samenrproben

Hoch oben im Nordatlantik liegt die zu Norwegen gehörende Inselgruppe Spitzbergen. Die dünn besiedelten Inseln im ewigen Eis beherbergen einen wahren Schatz - den Saatgut-Tresor "Global Seed Vault".

Schatzkammer im ewigen Eis

Es ist die größte Saatgut-Sammlung der Welt: 120 Meter tief in einem Berg, im Permafrostboden, lagern 860.000 Samenproben - 4,5 Millionen sollen es einmal werden. Zweck der 2007 eröffneten Forschungseinrichtung ist die Sicherung des Überlebens der Menschheit nach einem Meteoriteneinschlag oder einem Atomkrieg.

Doch nun wurde der unterirdische Tresor das erste Mal mal geöffnet. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hat das Internationale Zentrum für landwirtschaftliche Forschung in Trockengebieten (Icarda) wegen der Zerstörung seiner örtlichen Saatgut-Sammlung im syrischen Aleppo Samen aus dem Lager angefordert.

116.000 Proben kommen nach Marokko und in den Libanon

Die Forscher des Instituts könnten das Saatgut nicht mehr gefahrlos an Züchter und Wissenschaftler weitergeben. Wie der TV-Sender weiter berichtet, fordern die Betreiber der Anlage etwa 130 Kisten mit insgesamt mehr als 116.000 Samenproben, welche das Institut einst in Spitzbergen eingelagert hat, zurück. Die Proben sollen jetzt in den Libanon und nach Marokko gebracht werden, um dort neue Institute aufzubauen.

"Die wirklichen Gefahren für Saatgut-Vielfalt sind die alltäglichen Katastrophen. Es muss also nicht immer der allesvernichtende Atomkrieg sein", erklärte Colin Khoury, Wissenschaftler am International Center for Tropical Agriculture. Der Krieg in Syrien zeige, dass eine solche Anlage außerordentlich wichtig ist.

Nun würden bestimmte Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um die Proben aus der Anlage zu bekommen. Hauptsächlich geht es um Weizen, Gerste und Kichererbsen. Dadurch entsteht im "Global Seed Vault" eine Lücke. Die Forscher hoffen jedoch, diese in den nächsten zehn Jahren wieder schließen zu können.

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