POLITIK
25/09/2015 06:47 CEST | Aktualisiert 25/09/2015 07:25 CEST

Journalist Risen enthüllt: Wer alles am Anti-Terror-Kampf der USA mitverdient

Getty
Die Enthüllungen des Journalisten James Risen werfen ein neues Licht auf den amerikanischen Anti-Terror-Krieg

Der 11. September hat die USA in ihren Grundfesten erschüttert. Und auch der daraufhin von George W. Bush angeordnete Anti-Terror-Krieg in Afghanistan und im Irak hat das Land und seine Identität für immer verändert. Wie sehr, das zeigt der amerikanische Journalist James Risen jetzt in seinem neuen Buch "Krieg um jeden Preis. Gier, Machtmissbrauch und das Milliardengeschäft mit dem Kampf gegen den Terror".

Dass Krieg neben Gewalt und Leid einigen Leuten ziemlich viel Geld bringt, ist bekannt. Laut Risen lohnt sich dieses Geschäft jedoch nicht nur für das Militär und die Rüstungsindustrie, sondern vor allem für Geheimdienste und kooperierende Unternehmen. Die Regierung beschäftige sie, um "Umfang und Ausmaß der terroristischen Bedrohungen zu beurteilen", schreibt Risen.

Das Geschäft ist billionenschwer. Der unfassbare Betrag, der laut Risen seit 2001 wirklich für den Kampf gegen den Terror ausgegeben wurde: Vier Billionen US-Dollar. Da ist es nicht verwunderlich, dass es zu einem „wahren Goldrausch in der Sicherheitsindustrie“ kam, der sich auch auf andere Bereiche der amerikanischen Gesellschaft ausweitet.

Dadurch ist eine gefährliche Entwicklung in Gang gekommen Spätestens seit den Terroranschlägen auf Charlie Hebdo im Januar haben auch in Europa die Sicherheitsapparate an Macht hinzugewonnen, welche nicht wirklich durch die Enthüllungen über die weitreichenden Eingriffe der NSA erschüttert werden konnte. Selbst, wenn der Schutz der Bevölkerung nur durch Überwachung garantiert werden kann - die Aushebelung der demokratischen Standards darf nicht wirtschaftlichen Interessen dienen.

Risen beleuchtet außerdem die moralischen Verwerfungen, in die sich die US-Administration begeben hat. Der 2014 erschienene Bericht zum CIA-Folterskandal sorgte weltweit für Empörung und Fassungslosigkeit. James Risen enthüllt jetzt, dass ein Netzwerk von Psychologen hieran nicht ganz unschuldig ist. Sie bestätigten laut seinen Recherchen der Regierung Bush, dass die „verschärften Verhörmethoden“ unbedenklich seien, obwohl längst bekannt ist, dass durch Folter keine zuverlässigen Informationen gewonnen werden können.

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