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25/09/2015 08:49 CEST | Aktualisiert 25/09/2015 10:30 CEST

Wenn China diese Ankündigung wahr macht, hat das massive weltweite Folgen

Eines Tages könnte der Smog verschwinden und die Chinesen wieder frei atmen können.
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Eines Tages könnte der Smog verschwinden und die Chinesen wieder frei atmen können.

China wird heute eine Ankündigung machen, die das Bild des weltweit größten Klimasünders grundlegend verändert. Präsident Xi Jinping wird während seines Besuchs bei US-Präsident Obama erklären, dass China 2017 mit dem Emissionsrechtehandel beginnt. Das berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf Sprecher von Obama.

Im weltweiten Kampf gegen den Klimawandel ist das ein riesiger Fortschritt. Kein Land stößt mehr Treibhausgase aus als China. Die dortige Industrie nutzt größtenteils billige Kohlekraftwerke. Wenn das Land nun in den Emissionsrechtehandel einsteigt, wäre das eine große Hilfe dabei, den globalen Ausstoß zu verringern.

Auch politisch ist das bedeutsam. Kritiker haben oft bemängelt, dass sich Klima-Verpflichtungen nicht lohnen, solange die großen Verschmutzer nicht mitmachen. Insbesondere in den USA rechtfertigen sich so Anhänger der Republikaner. Dieses Argument würde dann nicht mehr gelten.

Mit dem Emissionsrechtehandel konkretisiert China Abmachungen mit den USA. Im vergangenen Jahr beschlossen Obama und Jinping, in der Klimapolitik zusammenarbeiten. Auf diese Weise wollten die beiden Staatschefs laut „New York Times“ Druck auf andere Nationen ausüben, um auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen ein gemeinsames Abkommen zu erreichen. Die findet Ende dieses Jahres in Paris statt.

jinping obama

Jinping und Obama in Washington

Damals verpflichtete sich China aber noch nicht explizit dazu, den Treibhausgas-Ausstoß zu verringern. Dass dies nun doch geschieht, liegt vor allem am Druck vonseiten der chinesischen Bevölkerung, die unter der starken Luftverschmutzung leidet. Von der Reduktion fossiler Brennstoffe erhofft sich das Land aber auch wirtschaftliche Vorteile, schreibt die „New York Times“.

China will verstärkt auf erneuerbare Energien setzen. Vor Kurzem kündigte die Regierung an, die Nutzung fossiler Brennstoffe bis 2030 um 20 Prozent zu reduzieren. Aufmerksamkeit erregte zudem der Plan Chinas, eine riesige Solaranlage in der Wüste Gobi bauen zu wollen, die rund eine Million Haushalte mit Energie versorgen kann.

Bisher hat die chinesische Regierung die Emissionspläne noch nicht bestätigt. Es bestehen zudem Zweifel, ob das Land den Handel mit Verschmutzungsrechten überhaupt flächendeckend umsetzen kann. Seit 2012 gab es allerdings verschiedene kleinere Pilotprojekte.

In der Europäischen Union ist ein solches Handelssystem seit 2005 in Kraft. Dabei legt die Politik eine Grenze für Emissionen fest. Dann werden dementsprechend viele Verschmutzungsrechte verteilt. Produziert eine Firma weniger Treibhausgase, als sie den Zertifikaten zufolge darf, kann sie die Rechte an Unternehmen verkaufen, deren Ausstoß größer ist.

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