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24/09/2015 13:26 CEST | Aktualisiert 24/09/2015 13:31 CEST

Mitten im Chaos: Dieses wundervolle Bild erzählt endlich die ganze Wahrheit über die Flüchtlingskrise

Jeden Tag erreichen uns neue Bilder von Flüchtlingen aus Griechenland, Serbien, Ungarn, Mazedonien. Aus den Gesichtern der Menschen auf diesen Fotos sprechen die Qualen und das Leid, das sie in ihrer Heimat und dann auf ihrer Flucht nach Europa ertragen mussten.

An Bilder wie die des kleinen syrischen Jungen Aylan, der tot an der türkischen Küste angespült wurde, werden wir uns auch in zehn oder zwanzig Jahren noch erinnern. Sie werden eines Tages auf schreckliche Weise exemplarisch für Europas Umgang mit der Flüchtlingskrise stehen.

Ein Moment der Hoffnung mitten im Chaos

Es sind wie so oft die Bilder des Elends, des Versagens, der Not, die sich am schnellsten verbreiten. Dabei gibt es inmitten all des Chaos auch Momente der Hoffnung. Bilder, die uns zeigen, dass das Leben der Menschen auch auf ihrer Flucht weitergeht, dass sie lieben, streiten, lachen, sich freuen.

Denn neben all den Fotos von Menschen hinter Stacheldrahtzäunen und in überfüllten Zügen stehen auch Bilder wie dieses für die Flüchtlingskrise:

kuss ungarn

Credit: Istvan Zsiros

Aufgenommen hat es der Ungar Istvan Zsiros. Als er in den Medien las, dass Tausende Flüchtlinge am Bahnhof in Budapest festgehalten werden und unter erniedrigenden Bedingungen auf ihre Weiterfahrt nach Österreich und Deutschland warten müssen, beschloss er dorthin zu fahren und sich ein eigenes Bild von der Lage zu machen. So berichtete er es dem "Guardian".

Gerade einmal eine halbe Stunde war der 30-Jährige mit seiner Kamera am völlig überfüllten Bahnhof Keleti. Doch die Zeit reichte, um eines der eindrucksvollsten Bilder der größten Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg festzuhalten.

"Ich wünsche jedem Flüchtling, dass er seinen Platz in der Welt findet"

Es war 8.40 Uhr am Morgen, als er das Paar in dem kleinen Zelt sah. Die beiden waren umgeben von völlig erschöpften, schlafenden Menschen, Kleidungsstücken, Schlafsäcken. Doch als sie sich küssten und umarmten, ging so viel Liebe und Ruhe von dem jungen Paar aus, dass Zsiros instinktiv auf den Auslöser seiner Kamera drückte.

"Ich habe nicht mit ihnen geredet", sagte er dem "Guardian". "Ich bin kein Journalist, ich wollte keine Reportage machen. Normalerweise fotografiere ich auf Hochzeiten von Freunden. Ich mache fast nie Bilder in der Stadt, sondern lieber von der Natur. Aber ich versuche, besondere Momente einzufangen. Ich sah dieses Paar und es war sehr bewegend - vor allem in dieser Umgebung."

Zsiros, der vor kurzem seinen IT-Job an den Nagel gehängt hat, um Fotograf zu werden, hofft, dass sein Foto etwas daran ändert, wie die meisten Menschen die Situation der Flüchtlinge sehen. "Ich wünsche jedem Flüchtling, dass er seinen Platz in der Welt findet und so schnell wie möglich zur Ruhe kommt", sagte er der Zeitung.

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