POLITIK
23/09/2015 12:50 CEST | Aktualisiert 25/09/2015 10:09 CEST

Rechte wollten gegen Flüchtlinge hetzen. Leider kam ihnen ihre Dummheit in die Quere

Das Internet ist voll mit Memes - aussagekräftige Motive, die mit einem Text kombiniert werden - mit denen Rechte oder sonstige "besorgte Bürger" gegen Flüchtlinge hetzen.

Doch um ihren Hass zu verbreiten, ist den rechten Stimmungsmachern so ziemlich jedes Mittel recht: Es wird gelogen, verfälscht oder einfach ein altes oder völlig aus dem Zusammenhang gerissenes Bild hergenommen, mit ein paar Wörtern voller Panikmache und Hetze unterlegt und fertig ist das oftmals tausende Male geliked, geteilte oder kommentierte Anti-Flüchtlings-Meme.

Beispiele gefällig? Hier haben wir ein paar Memes für euch, mit denen Rechte gerade das Internet überschwemmen.

Erst Terrorist, jetzt Flüchtling?

isis

Diesen billigen Fake hat vor wenigen Tagen die "BBC" aufgedeckt: Das Vorher-Nachher Bild macht im Netz schnell die Runde, nachdem bekannt wurde, dass der IS die Flüchtlingskrise dazu missbrauchen wolle, Kämpfer nach Europa zu schleusen.

Also kann es sich bei diesem Mann doch nur um einen IS-Schergen halten, der nun unseren Kontinent mit Terror überziehen will! Oder doch nicht? Dass es sich bei dem Mann um einen ehemaligen Offizier der Freien Syrischen Armee handelt, die gegen Assad und den IS kämpft? Egal!

Diese Muskelprotze sorgen für Angst und Schrecken!

bodybuilder

Guckt euch diese Männer an! Bei diesem Anblick würde selbst Arnold Schwarzenegger vor Neid erblassen. Flüchtlinge sind in Wirklichkeit Muskelprotze, die nun auf unseren Straßen für Angst und Schrecken sorgen. Warum setzten sie ihre Kräfte nicht gegen das Böse in ihrer Heimat ein? So lautet zumindest der Tenor der "English Defence League".

Doch die Webiste "Vice" hat auch diesen Betrug relativ schnell aufgeklärt: Die Bilder sind bereits vor zwei Jahren auf einer Insel vor Australien entstanden. Die Uniformierten sind australische Grenzschützer.

Die Menschen kommen übers Meer!

schiff

Irgendwas an diesem Bild ist komisch. Es wirkt so alt, körnig und so gar nicht wie aus dem digitalen Zeitalter. Könnte eventuell daran liegen, dass die Aufnahme aus dem Jahr 1991 stammt. Es zeigt Albaner, die verzweifelt auf ein Schiff in Richtung Italien wollen.

Dem britischen Ableger von Pegida (den gibt's wirklich!) interessiert das wenig. Die Islamfeinde verwenden das Bild, um vor dem Einmarsch der "wilden Horden aus dem Nahen Osten" zu warnen.

Sie sind da!!!

flucht

Nimmt euch in Acht. Die Dschihadisten kommen. Auch in eure Stadt. Sie sind schon in der Nähe. Dieses aussagekräftige Foto liefert den Beweis. Dass es sich bei den Menschen um Iraker handelt, die aus Furcht vor dem selbsternannten Islamischen Staat zu Massen ihre Heimat verlassen? Wen juckt's?

Wo sind die Frauen und Kinder?

bahnhof

Die "English Defence League" ist sich wirklich für nichts zu schade: Feige Männer lassen ihre Familien in den Kriegsgebieten zurück und machen sich einfach aus dem Staub. Das untere Bild wurde am Münchner Hauptbahnhof gemacht und stammt aus einem Video von "CBC News". Über die Aufnahmen der vielen vielen Frauen und Kinder, die in dem Videoclip ebenfalls zu sehen sind, haben die "besorgten Bürger" natürlich großzügig hinweggesehen. Ist klar.

Die holen wir uns ins Land!

terroristen

Und noch ein Schatz von unseren Freunden von der "EDL": Jeder Flüchtlinge ist ein Terrorist? Normal. Ist das überhaupt der gleiche Mann? Egal. Tragen die sogenannten Terroristen nicht eher schwarz? Wen interessiert's?

Ist der Kämpfer nicht vielleicht doch ein Soldat der kurdischen YPG-Einheiten, wie es ein libanesischer Journalist bestätigte? Kurden, Libanesen, Syrier? Sind doch sowieso alles Terroristen, werden sich wohl die selbsternannten Verteidiger Englands und ihre vielen Facebook-Fans gedacht haben.

Lesenswert:

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

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