LIFE
23/09/2015 12:55 CEST

Alzheimer-Demenz: Australische Forscher nutzen Ultraschall als Therapie

Eine neue Alzheimer-Therapie stellt die Gedächtnisleistung fast vollständig wieder her
Jonathan Selig via Getty Images
Eine neue Alzheimer-Therapie stellt die Gedächtnisleistung fast vollständig wieder her

Etwa 50 Millionen Menschen weltweit leiden an Alzheimer. Bis zum Jahr 2050 könnte sich die Zahl fast verdreifachen. Alle vier Sekunden erkrankt ein Mensch. Bis heute ist die Krankheit nicht heilbar, nur die Symptome lassen sich herauszögern. Umso bedeutender ist die Entdeckung australischer Wissenschaftlicher: Sie haben eine Ultraschall-Therapie entwickelt, die Alzheimer bekämpft.

Das könnte der Durchbruch sein. Jürgen Götz, ein Mitglied des Forscher-Teams, sagte: „Das Wort ‚Durchbruch’ wird oft falsch verwendet, aber in diesem Fall könnte es die Alzheimer-Therapie fundamental verändern.“

Erste Tests an Tieren. Die Behandlung wurde zunächst an gentechnisch-veränderten Mäusen getestet. Die Tiere wiesen die gleichen Eiweiß-Ablagerungen (Amyloid-Plaques) im Gehirn auf, die auch bei Menschen die Nerven angreifen und Alzheimer auslösen. Betroffene leiden unter Demenz: Sie haben große Probleme, sich zu erinnern oder zu orientieren.

Die Behandlung besteht aus zwei Schritten. Zuerst spritzten die Forscher den Mäusen Sauerstoffbläschen. Dann ließen sie spezielle Ultraschallwellen auf die Tiere wirken. Die Schallwellen bringen die Bläschen in Bewegung, was dann für das Blut die Schranke zum Gehirn öffnet. Inhaltsstoffe des Blutes aktivieren Aufräum-Zellen im Gehirn, die die Ablagerungen abbauen.

Das Ergebnis war verblüffend. Ohne Schaden am Hirn anzurichten, wurde die Gedächtnisleistung der Mäuse zu 75 Prozent wiederhergestellt. Und das machte sich bemerkbar: Sie bewegten sich systematischer durch einen Irrgarten, erkannten Objekte leichter und merkten sich, welche Orte sie meiden sollten. Es verbesserten sich also genau die Fähigkeiten, die Alzheimer einschränkt.

Es bleibt aber abzuwarten, ob die Behandlung auch bei Menschen funktioniert. Oliver Peters, Alzheimer-Experte an der Berliner Charité, zweifelte im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“, ob es wirklich nützlich sei, die Ablagerungen zu entfernen.

Nichtsdestotrotz verspricht sich Götz viel von dem Ansatz. Denn die Ultraschallwellen könnten die Schranke zum Gehirn für Medikamente öffnen. Bisher war das meist nicht möglich, wie der „Deutschlandfunk“ erklärt.

Als nächstes wollen die Forscher die Therapie an Schafen testen. Menschen sollen in zwei Jahren folgen.

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