POLITIK
22/09/2015 03:15 CEST | Aktualisiert 22/09/2015 03:21 CEST

"Die Nazi-Arschloch-Galerie": So kämpft ein Hamburger Radiosender gegen besorgte Bürger

"Wir von Radio Hamburg können die rechtsradikalen, menschenverachtenden und hirnlosen Kommentare auf unserer Facebook-Seite und Homepage nicht mehr ertragen... Wir wollen Euch nicht als Hörer, wir wollen Euch hier nicht - Hamburg schämt sich für Euch!"

Mit diesem Sätzen kommentiert der Sender "Radio Hamburg" eine Aktion gegen Hass-Kommentatoren im Netz. Die Radiomacher sind es leid, dass im Internet immer die die gleichen rechten und menschenverachtenden Kommentare zu lesen. Deshalb sammelt der Sender nun in einer Bildergalerie die Postings der rechten Kommentatoren und zeigt sie auch mit ihrem Profil auf Facebook - auch mit ihrem Gesicht.

Die Huffington Post hatte vor einigen Wochen in einer ähnlichen Aktion auf den Hass im Internet und den Kommentarspalten von Artikeln aufmerksam gemacht. Der Titel: "200 Deutsche riefen Flüchtlingen zu: "Willkommen!" Jetzt zeigen wir die andere Seite - hier sprechen die Hassfratzen".

Noch zeigt die Bildergalerie von Radio Hamburg nur einige Postings - sie schnell zu füllen, wird leider kein Problem sein.

Marzel Becker, Programmdirektor:"Liebe Hörer, liebe Facebook-User,wir von Radio Hamburg können die rechtsradikalen,...

Posted by Radio Hamburg on Monday, September 21, 2015

Hier ist der gesamte Post von Marzel Becker, dem Programmdirektor von Radio Hamburg, in dem er die Aktion begründet:

"Liebe Hörer, liebe Facebook-User,

wir von Radio Hamburg können die rechtsradikalen, menschenverachtenden und hirnlosen Kommentare auf unserer Facebook-Seite und Homepage nicht mehr ertragen und sagen es daher noch einmal ganz deutlich: Nazis sind bei uns nicht erwünscht! Nein, das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun. Und nein, das wird man nicht "jawohl noch sagen dürfen". Gegen diese Ignoranz und Dummheit gehen wir nun vor. Vertretet Ihr Eure armselige Meinung auch noch dann, wenn wir sie für jeden sichtbar machen und aus dem Kommentar-Wust der sozialen Netzwerke hervorheben? In Zukunft werden wir Euch, Ihr besorgten Bürger, aus Eurer sicher geglaubten Internet-Anonymität herausholen. Ihr wollt Eure braune Suppe ganz öffentlich teilen? Dann mit aller Konsequenz. Wir werden von nun an Eure Kommentare veröffentlichen und so euer Gesicht und Euren Namen einer noch größeren Öffentlichkeit preisgeben. Den Anfang haben wir bereits gemacht. Und leider sind wir sehr sicher, dass diese "Nazi-Arschloch"-Sammlung stetig und rasant wachsen wird.

Wir wollen Euch nicht als Hörer, wir wollen Euch hier nicht - Hamburg schämt sich für Euch!"

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