POLITIK
22/09/2015 11:20 CEST | Aktualisiert 23/09/2015 04:27 CEST

"Ausländer sind nur Kanonenfutter": So rechnen Aussteiger mit dem IS ab

huffpost
Is-Aussteiger berichten

Viel wurde über die Gräueltaten des selbsternannten Islamischen Staats berichtet: Über ihre schier unfassbare Brutalität gegenüber Andersdenkenden oder ihre blinde Zerstörungswut, der bereits dutzende antike Stätten und Kulturgüter mit unschätzbarem Wert zum Opfer fielen.

Über die Deserteure des Islamischen Staats hört man allerdings wenig. Bisher. Denn wie "CNN" berichtet, haben britische Wissenschaftler jetzt 58 Geschichten von Kämpfern ausgewertet, die den Dschihadisten den Rücken gekehrt haben. Zwei Drittel von ihnen sind in diesem Jahr aus den Reihen des IS geflüchtet.

Die Deserteure haben eines gemeinsam: Sie alle haben mit einer menschenverachtenden Ideologie sympathisiert und sich der wohl brutalsten Terrororganisation unserer Zeit angeschlossen. Sie haben schlimme Verbrechen begangenen und sich irgendwann von der Terrormiliz losgesagt.

Allerdings gibt es im IS auch Auseinandersetzungen: Ein Punkt ist etwa die Gewalt gegen sunnitische Rebellen und unschuldige Zivilisten. Erhebliche Zweifel gab es daran, Muslime zu töten. Hatte doch der IS seinen Kampf stets als einen "heiligen Krieg" verkauft. Dieser untersagt eigentlich den Mord an Glaubensbrüdern. Den Kampf gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad befürworten jedoch alle.

Andere Ex-Kämpfer berichten von großer Ungleichheit und Rassismus innerhalb des IS. "Das ist kein Heiliger Krieg", erklärte ein Aussteiger aus Indien, der wegen seiner Hautfarbe die Toiletten sauber machen musste. Ebenso würden viele ausländische Kämpfer als blankes "Kanonenfutter" eingesetzt.

Weitere Aussteiger berichteten, dass sie mit falschen Versprechen von Luxusgütern und Autos angelockt wurden. Von den versprochenen Dingen sahen die Kämpfe allerdings nichts.

In einem Punkt sind sich die Deserteure einig: Obwohl sich IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi selbst in der Nachfolge des Propheten Mohammeds sieht und sich so zum Führer aller Gläubigen aufgeschwungen hat, beschützt er die Muslime in seinem Herrschaftsgebiet nicht. Er tötet sie.

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