WIRTSCHAFT
22/09/2015 07:59 CEST | Aktualisiert 22/09/2015 08:33 CEST

Französischer Finanzminister fordert EU-weite Ermittlungen gegen VW

Französischer Finanzminister fordert EU-weite Ermittlungen gegen VW
dpa
Französischer Finanzminister fordert EU-weite Ermittlungen gegen VW

Wie der französische Radiosender "RFI" berichtet, fordert der französische Finanzminister Michel Sapin EU-weite Ermittlungen gegen VW.

VW hat zugebenen, knapp 500.000 Dieselfahrzeuge so manipuliert zu haben, dass Abgaswerte geschönt wurden.

"Wir befinden uns in einem europäischen Markt mit europäischen Regeln, die alle respektieren müssen", sagte Sapin. Allein um sicher zu gehen, müssten die Untersuchungen auch auf die französischen Autohersteller ausgeweitet werden. Beim Fall VW gehe es nicht um Kleinigkeiten, sondern um die Gesundheit von Menschen, warnte Sapin.

Unter anderem soll es in den USA wegen der Abgas-Affäre juristische Ermittlungen gegen VW geben. In Deutschland soll eine Untersuchung eingeleitet werden, ob auch andere Hersteller ihre Abgaswerte manipulierten. Auch Singapur will Dieselautos von VW überprüfen.

Hintergrund zur VW-Affäre:

  • Die US-Umweltbehörde wirft VW die Manipulation von Schadstoffmessungen bei Dieselfahrzeugen vor, es drohen milliardenschwere Strafzahlungen. Die Wolfsburger haben das Fehlverhalten bereits eingeräumt und versprachen, mit der Behörde zu kooperieren. Der Konzern erließ zudem einen Verkaufsstopp für die betreffenden Modelle in den USA.
  • Die manipulierten Abgastests bei VW-Dieselwagen in den USA schrecken die gesamte Autobranche auf und könnten für den Konzern laut US-Medien auch strafrechtliche Folgen haben. Das US-Justizministerium ermittle, ob dem Konzern kriminelle Machenschaften vorzuwerfen seien, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf zwei mit der Untersuchung vertraute Personen.
  • Der Amerika-Chef von VW, Michael Horn, entschuldigte sich unterdessen. "Wir waren unehrlich", sagte Horn am Montagabend (Ortszeit) bei der Präsentation eines neuen Passat-Modells in New York. "Wir waren unehrlich zur Umweltbehörde EPA, wir waren unehrlich zu den Behörden in Kalifornien und, am schlimmsten von allem, wir waren unehrlich zu unseren Kunden. Um es auf gut Deutsch zu sagen: Wir haben Mist gebaut."

Mit Material der dpa

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