LIFE
22/09/2015 11:25 CEST | Aktualisiert 22/09/2016 07:12 CEST

Geheimtipp El Gouna: So schön ist Urlaub in der arabischen Lagune

Die Abu-Tig-Marina von El Gouna
El Gouna Red Sea
Die Abu-Tig-Marina von El Gouna

Die Lagunenstadt El Gouna am Roten Meer gehört zu den Trenddestinationen der kommenden Wintersaison. Das Lifestyle-Resort lockt mit zahlreichen Stränden, Wassersport und einem pulsierenden Nachtleben zu günstigen Preisen. Direkt am Roten Meer gelegen, hat sich El Gouna zu einer blühenden Oase in der Wüste entwickelt. Zu den prominenten Besuchern der ersten "Green City" in der arabischen Welt gehört Ich und Ich-Sänger Adel Tawil.

Einmaliges in Worte zu fassen, ist eine Herausforderung. Auf die Worthülse zu verweisen, dass einem die Worte fehlen, ist ein wenig zu wenig. Kann ja nicht schaden, sich zur Inspiration das Schreiben der Anderen anzusehen. Der Slogan "Life as it should be!", den dieser Ort für sich gepachtet hat, kommt der Sache schon näher. Aber dann springt einem (aus dem El-Gouna-Katalog!) etwas entgegen, dessen Urheber sich des Kollegenneids sicher sein darf. Da steht: Blaue Lagune. Goldener Sand. Grüne Stadt. Rotes Meer. Besser lässt sich El Gouna nicht auf den Punkt bringen.

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Samih Sawiri ist "Gründer" des Urlaubsresorts

Die Geschichte von El Gouna, das aus dem Arabischen übersetzt "Die Lagune" heißt, ist die Geschichte von Samih Sawiris. Der ägyptische Unternehmer, dessen Familie zu den reichsten des Landes gehört, baute in den frühen Achtzigern an einem zehn Kilometer langen Traumstrand eine prächtige Ferienvilla. "Für mich und meine Freunde", wie er sagte. Aber die Freunde hatten auch Freunde, und die wiederum auch - alle fanden 1989 im ersten Hotel Platz, dem heutigen Club Paradisio. An einem wunderbaren, feinsandigen Ort am Meer, mit einer Wüstenlandschaft dahinter, die bis zu den Selsela Gebal El Bahr El Ahmar reichte, den Bergen vom Roten Meer.

"Global Green City Award" für den Uweltschutz

Samih Sawiris wurde zum Visionär. Mit künstlich angelegten Lagunen, an deren Stränden kleine Hoteldörfer, Privathäuser und Appartements entstanden, nahm er der Wüste ihre Dürre und aus dem Sand erwuchs eine Urlaubsdestination, dessen Faszination immer mehr Besucher anzieht. El Gouna ist Sawiris-City, und die Mehrzahl der rund 20.000 "Gounies", wie man ihre Bewohner nennt, arbeiten für die Infrastruktur der Kleinstadt und für die 17 Hotels, die es mittlerweile dort gibt. Bis auf eine einzige Ausnahme sind alle im Besitz von Sawiris' Orascom Development, was eine Menge Vorteile hat. Zum Beispiel, dass kein Haus mehr als drei Stockwerke hoch gebaut wurde. Oder der Umweltschutz so ernst genommen wird, dass El Gouna im vergangenen Jahr als erste Stadt in Afrika und im arabischen Raum mit dem Global Green City Award ausgezeichnet wurde. Auch, dass die Stadt so clean ist, wie man es sonst nur von Singapur kennt. Nur steht keiner mit einem Bein im Knast, wenn er einen Papierschnitzel wegwirft. "Wenn wir mal einen Sandsturm haben, fangen die Leute an zu kehren, bevor er überhaupt vorbei ist", witzelt Ramy, der mich vom Flughafen in Hurghada die 20 Kilometer nach El Gouna fährt. Dort ist übrigens die Verkehrslage völlig entspannt. Die wenigen Shuttlebusse und Limousinen werden gerade auf Hybrid umgerüstet, und wer in El Gouna mobil sein möchte, nimmt sich ein Tok-Tok. Die motorisierte Rikscha bringt einen für pauschal fünf ägyptische Pfund pro Person - das sind umgerechnet nicht einmal 60 Cent - an jeden beliebigen Ort.

Urlaub à la carte

Es gibt wohl kaum einen anderen Ort, an dem das Menü für Reisende so perfekt abgestimmt ist. Sonne, Meer, Strand, Sport und Nightlife sind die Ingredienzien, die sich alle innerhalb weniger Minuten genießen lassen. El Gouna ist Urlaub à la carte - und das zu Preisen, von denen man in Destinationen mit vergleichbarer Erreichbarkeit von nur vier Stunden träumt. Und weil es auch nicht immer Mallorca sein muss, lohnt sich der Ausflug in die Luxuswüste schon für ein verlängertes Wochenende. Natürlich muss das Sicherheitsthema angesprochen werden. Nur ist es in dieser Wüstenenklave Ägyptens kein Thema. Am Ende der einzigen Straße, die nach El Gouna führt, gibt es einen Check Point. Und vor jedem Hotel eine Sicherheitsschleuße. Thats it. "El Gouna ist so sicher wie jedes andere Resort auf der Welt", ist sich Walid, der mir in den Tagen meines Aufenthalts in El Gouna Insider-Wissen vermittelte, sehr sicher. Der 44-jährige Ägypter mit absolviertem Germanistik-Studium ist im Hauptberuf Qualitätsmanager eines großen deutschen Touristikkonzerns, der sich unter anderem auf El Gouna spezialisiert hat. "Die Beschwerden der Gäste liegen hier unter einem Prozent", verrät er anerkennend.

Leben in El Gouna: Gut und günstig

Wie lebenswert das Leben in El Gouna ist, haben wir zwei Deutsche gefragt, die sich nur vom Hörensagen kennen. "Einmal umschauen, bitte!" kontert Rainer Zobel, bis diesen Sommer zweieinhalb Jahre lang Trainer des El Gouna FC (für die Jüngeren unter den Fußballfans: Zobel gewann in den 70er-Jahren als Spieler an der Seite von "Kaiser" Franz Beckenbauer u.a. dreimal den Europapokal der Landesmeister). Der 67-jährige schwärmt: "Das ist der Ort, an den es mich immer wieder zieht. Ich war schon oft im Urlaub, jetzt habe ich das Leben hier genossen. Und günstig ist es obendrein." Auch Gunnar Wassong, 53, lebt mit seiner Familie in El Gouna. Er ist General Manager des Steigenberger Hotel, arbeitet seit nunmehr 14 Jahren in arabischen Ländern. Seine Erkenntnis: "Was ich hier liebe, ist dieses stressfreie Leben. El Gouna ist für mich einer der schönsten Orte, an denen ich je war."

Besonders attraktiv für Golfspieler

Dasselbe müssen viele Golfreisende empfinden, denn an das Steigenberger grenzt ein 18-Loch-Championscourse, an dessen Entwurf der einstige Weltklasse-Golfer Fred Couples wesentlich beteiligt war. Fairways und Greens, an vielen Spielbahnen gesäumt von prächtigen Villen, sind auch im Hochsommer, wenn die Temperaturen bis auf 40 Grad Celsius klettern, sattgrün. Dazu zielen die Übenden auf der Driving Range mit floating golfballs, die nicht untergehen, auf fünf Inseln, die sich in Abständen zwischen 60 und 225 Metern mitten in einem See befinden. Dominik Naughton, der englische Manager des Golfclubs, klärt auf: "Zur Bewässerung des Platzes verwenden wir das gereinigte Klärwasser von El Gouna." In der Green City reicht das für einen zweiten Platz, der im nächsten Jahr bespielbar sein wird. Und bevor wir ans Meer ziehen ein Tipp auch für Nichtgolfer: Der Turm neben dem Golfclub beherbergt nicht nur "Le Rotisserie", das Steigenberger Gourmet-Restaurant, sondern auch eine exzellente Bar und on top eine Terrasse mit einmaligem Ausblick über El Gouna, Wüste und die Berge des Roten Meeres.

Ein Paradies für Wassersportler

Der Ort, an dem der Bootsverleih "Sail la vie" heißt und die Yacht im Hafen "Timeout", ist auch ein Hotspot für Kitesurfer und Taucher. Nele leitet gemeinsam mit Partner Sylvain die Kiteschule "Osmosis" am Strand des Paradisio. "Wir haben das Privileg, an einem perfekten Wassersporthotel ohne Riff zu sein", sagt die gebürtige Hamburgerin. "Auf einer Fläche von fünf Quadratkilometern können die Anfänger im Wasser stehen. Das ist eine große Erleichterung, um Kiten zu lernen". Auch Kollegin Fabienne, Leiterin der Tauchschule "Coraya" nebenan, hat Besonderes zu bieten: "Wracktauchen ist der Renner, in Abu Nuhas zum Beispiel liegen gleich vier versunkene Schiffe". Das "Riff der sieben Tode", eine gute Bootsstunde von El Gouna entfernt, ist einer von gut 30 Tauchgründen an diesem Küstenabschnitt. Dass hier alle anderen denkbaren Wassersportarten zuhause sind, versteht sich von selbst. Selbst für die, denen das Meer für Wakeboarding oder Wasserski zu kabbelig ist, wurde gesorgt - mit einem der größten Liftanlagen der Welt, dem Sliders Cable Parc am Rand der Urlaubsoase.

"Dine around": Wieso nur in einem Restaurant essen?

Wenn über der Wüste die Dämmerung hereinbricht und die Lichter von El Gouna angeknipst werden, schlägt die Stunde der Nachtschwärmer. In Kafr Downtown bummeln die Menschen entspannt durch kleine Einkaufsgassen mit Shops für die große wie für die kleine Urlaubskasse. Und rund um die Abu Tig Marina, dem älteren von zwei Yachthafen, füllen sich unter freiem Himmel die rund 100 Restaurants und Bars. Dazu passt, dass ein deutscher Reiseveranstalter die Idee des "Dine around" hatte. Niemand ist gezwungen, in seinem Hotel zu essen. Wer mag, kann in einem Dutzend Restaurants der Stadt dinieren - ohne Aufpreis.

Nightlife: Jeden Tag eine andere Party

Und dann: Partytime! "Wer mag, kann jeden Tag bei einer anderen Party abfeiern", begeistert sich Sebastian Zobel. Der 24-jährige ist seinem Vater in die Wüste gefolgt, arbeitet im Stadtmarketing. Zuletzt ging er besonders gerne aus, die Kandidatinnen für das "Top Model of the World 2015" waren in der Stadt. Aber auch sonst sind jede Menge hübscher Mädels unterwegs. Zuerst in der angesagten Bar "Bartenders", später in der In-Disco "Aurora", jeden Donnerstag bei der fast schon legendären Pool Party im "DuPort Pool Club". Die Älteren bevorzugen die Livemusik in "Jobo's Sports Bar", wo die Betreiber an Fußball-Spieltagen salomonische Entscheidungen darüber zu treffen haben, ob der FC Bayern oder Manchester United auf dem großen Screen gezeigt wird. Die Lounge-Clubs an den Stränden mit dezenter DJ-Beschallung haben wir noch gar nicht erwähnt, auch nicht die berühmten Beachpartys der Kitesurfer.

Promis nur anonym unterwegs

Ja, El Gouna ist auch Partyplace. Aber im Gegensatz zu Ibiza, wo sich die Promis gerne zeigen, sind sie am Roten Meer anonym unterwegs. Und hätte Sebastian Zobel nicht nebenbei erwähnt, dass er gerne mit Adel Tawil abhängt, dem Sänger von Ich & Ich, dessen Vater Ägypter ist, hätten wir vermutlich kaum erfahren, dass der Berliner mit arabischen Wurzeln nach El Gouna kommt, wann immer es seine Karriere zulässt. So aber kam uns der kühne Gedanke, ob nicht auch das Lifestyle-Resort gemeint ist, wenn es in seinem bekanntesten Song heißt: "So soll es sein. So kann es bleiben. So hab' ich es mir gewünscht. Alles passt perfekt zusammen. Weil endlich alles stimmt..."

P.S.: Samih Sawiris hat für die Freunde seiner Freunde einen neuen Platz gefunden. 2011 eröffnete mit dem "La Maison Bleue" das erste und einzige 6-Sterne-Hotel von El Gouna. Es ist das Lebenswerk des Architekten und Antiquitätensammlers aus Kario, Amr Khalil, selbstredend ein Freund von Sawiris. Er nahm sich vier Jahre Zeit, um das einzigartige Interieur zu einem luxuriösen Ensemble zusammenzutragen. Den Stil beschreibt Khalil selbst als "Mix von Venedig bis Istanbul". Nun warten zehn individuell eingerichtete Suiten auf Paare, die Romantik wollen. Oder Menschen, die sich nach Erholung sehnen. Sie bekommen beides. Wie in den Anfängen von El Gouna direkt am Strand.

Tipps für El Gouna: Anreise: Zum Beispiel mit SunExpress 23-mal pro Woche ab verschiedenen deutschen Abflughäfen nach Hurghada mit flexibler Aufenthaltsdauer von 4-28 Tagen. Beste Reisezeit: Ganzjahresdestination ohne Hauptsaison. Preisbeispiel: Eine Woche im Doppelzimmer/Halbpension im Mosaique Hotel mit Flug ab 419 Euro pro Person. Weitere Informationen: www.fti.de