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21/09/2015 04:14 CEST | Aktualisiert 21/09/2015 06:59 CEST

Dutzende Apps verseucht: Hacker brechen in großem Stil in Apples Apps Store ein

dpa
Das iPhone ist nicht mehr sicher - Hacker gelang es, Dutzende Apps zu infizieren

Apple, das war bisher auch ein Synonym für Sicherheit. Während Windows-Nutzer sich mit zahlreichen Viren und Hacker-Angriffen auf Software herumschlagen mussten, galt Apple bisher als ziemlich sicher. Daher laden sich iPhone-Nutzer bedenkenlos Software aus dem App Store des Unternehmens herunter. Doch nun ist es Hackern gelungen, in diesen stark geschützten Bereich einzubrechen.

Die Nachricht dürfte Apple-Mitarbeiter und -Nutzer gleichermaßen schockiert haben. Dutzende Apps, die über den offiziellen App Store vertrieben wurden, waren mit Malware infiziert, die Daten der Nutzer ausspähte. Das Sicherheitsunternehmen Palo Alto Networks berichtete am Donnerstag zuerst über den Hack. Gestern gab Apple schließlich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zu, dass man gerade dabei sei, den App Store zu säubern.

Es ist das erste Mal, dass es Hackern gelungen ist, im großen Stil Viren in den hoch geschützten App Store-Bereich zu schleusen.

1. Wie sind die Hacker in den App Store gelangt?

Nach Angaben von Palo Alto Networks nutzen die Hacker die Ungeduld chinesischer iOS-Entwickler aus. Um Apps für Apple-Geräte zu entwickeln, brauchen die eine so genannte Entwicklungsumgebung - eine Software, die von Apple zum Download zur Verfügung gestellt wird. Allerdings scheint es von China aus lange zu dauern, bis diese Software mit dem Namen XCode heruntergeladen ist.

Die Hacker stellten daher eine manipulierte Version auf schnellen Servern in China zur Verfügung. Wenn Entwickler mit diesem manipulierten Programm Apps schrieben, wurde automatisch der Schadcode eingefügt. Mindestens 39 dieser infizierten Apps sollen die Code-Überprüfung von Apple überstanden haben und zum Download bereitgestellt worden sein.

2. Welche Apps sind betroffen?

Bisher scheinen vor allem Apps aus dem chinesischsprachigen Raum betroffen zu sein: So zum Beispiel WeChat, das beliebteste Chat-Programm in Asien. Außerdem die Taxi-App Didi Kuaidi und NetEase Cloud Music, eine Spotify-ähnliche Musik-App.

3. Was macht die Schadsoftware?

Die infizierten Apps können falsche Warnmeldungen auf dem Gerät zeigen, die Nutzer dazu verleiten sollen, ihre Passwörter für Apple’s Datenspeicher iCloud preiszugeben. Außerdem kann sie Daten vom Clipboard des Geräts stehlen und verschicken. Zudem übertragen sie Informationen über das Gerät eines Nutzers.

4. War die chinesische Regierung beteiligt?

Wie das "Wall Street Journal" schreibt, können die Sicherheitsexperten von Palo Alto Networks noch nicht sagen, wer hinter der Attacke steckt. Bisher gebe es keine Hinweise, dass die chinesische Regierung beteiligt sei.

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