POLITIK
22/09/2015 01:18 CEST | Aktualisiert 22/09/2015 07:58 CEST

"Wir stemmen es nicht": Münchner Politikerin weint wegen Flüchtlingskrise

"Wir stemmen es nicht mehr am Münchner Hauptbahnhof", sagt die Frau am Rednerpodium. Dann bricht ihre Stimme, sie scheint Tränen zu unterdrücken. Aller Welt scheint sie zeigen zu wollen, wie verzweifelt die Lage in der bayerischen Hauptstadt zurzeit ist. 55.000 Flüchtlinge seien in den letzten Tagen angekommen. "Wir müssen die Züge vorbei … Wir müssen!", sagt sie.

Die Frau ist Brigitte Meier. Sie ist Münchens Sozialreferentin und somit zuständig für die Unterbringung von Flüchtlingen. Das Video stammt von der Kommunalkonferenz der SPD-Bundestagsfraktion, die am vergangenen Dienstag im Berlin stattgefunden hat. Eigentlich sollte es nie bei Youtube auftauchen. Eine erste Kopie wurde gelöscht, doch andere tauchen auf. Vor allem von rechten Gruppierungen wird es bei Youtube und Facebook geteilt - als Beweis, wie überfordert Deutschland mit der Situation der Flüchtlinge ist.

In dem Beitrag redete Meier Klartext. Sie wollte den Politiker aus anderen Städten zeigen, dass München an seine Grenzen gelangt und dringen Unterstützung braucht. Bis auf Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hätten die sich nicht an die im Königsteiner Schlüssel festgelegte Quote zur Verteilung von Flüchtlingen gehalten.

Inzwischen ist die Situation eine andere. Sie sei entsetzt darüber, dass ihr Redebeitrag von Rechtsextremisten missbraucht werde, um gegen Flüchtlinge und die Willkommenskultur zu hetzen, sagt Meier der "Welt". Meier selbst sprach von einem "emotionalen Weckruf", der Hilfsbereitschaft wecken sollte.

Dass er auch Hass schüren würde, damit hatte sie nicht gerechnet, sagte sie der Tageszeitung.

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