POLITIK
20/09/2015 14:04 CEST | Aktualisiert 20/09/2015 17:48 CEST

Griechenland-Wahl: Linke wollen wieder mit Rechtspopulisten regieren

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Griechenland-Wahl: Tsipras liegt nach ersten Hochrechnungen vorn

Griechenland-Wahl: Der ehemalige griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras liegt ersten Auszählungsergebnissen zufolge knapp vorn.

20.57 Uhr: Das Linksbündnis Syriza von Wahlgewinner Tsipras hat sich offensichtlich bereits mit den Rechtspopulisten auf eine neue Koalition verständigt. Tsipras habe sich mit dem Vorsitzenden der Unabhängigen Griechen (Anel), Panos Kammenos, geeinigt, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntagabend aus Syriza-Kreisen. Mit der Partei hatte Tsipras auch seine vorige Regierung gebildet. Aus der Anel-Partei verlautete ebenfalls, dass man sich mit Syriza einigen wolle.

20.48 Uhr: Der Chef der konservativen Nea Dimokratia (ND), Evangelos Meimarakis, hat seine Niederlage eingeräumt. "Ich gratuliere Herrn Tsipras und fordere ihn auf seine Regierung zu bilden", sagte er am Sonntagabend im griechischen Fernsehen.

18.09 Uhr: Die Nea Dimokratia geht von einer Zitterpartie aus. "Wir sprechen von einem spannenden Wahlkrieg", sagte ein Politiker dem Fernsehsender Mega. Syriza dagegen sieht sich konstant vorn.

Die Linken unter Ex-Ministerpräsident Alexis Tsipras kommen nach Auszählung von 50 Prozent der Stimmen auf gut 35 Prozent der Wählerstimmen.

Die Nea Dimokratia (ND) kommt in ersten Umfragen auf rund 28 Prozent.

Drittstärkste Kraft wäre aktuell die rechtsradikale Goldene Morgenröte mit rund 7 Prozent.

Dahinter liegen ersten Umfragen zufolge die Kommunisten (5,5 bis 7 Prozent) und die Partei der politischen Mitte To Potami (4,5 bis 7 Prozent).

Die panhellenische sozialistische Bewegung (Pasok) und die kleine demokratische Linke (Dimar), die für die Wahl ein Bündnis gebildet hatten, liegen bei 5,5 bis 7 Prozent.

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr haben knapp zehn Millionen wahlberechtigte Griechen am Sonntag ein neues Parlament gewählt.

Die Abstimmung galt als richtungsweisend, welche Partei das hoch verschuldete Land durch ein einschneidendes Spar- und Reformprogramm führen wird.

Und es stehen schwierige Verhandlungen bevor, weil keine Partei mit einer absoluten Mehrheit rechnen kann.

Die Neuwahl wurde notwendig, weil Ex-Ministerpräsident Tsipras am 20. August seinen Rücktritt erklärte hatte - um den rebellischen linken Flügel seiner Partei loszuwerden und sich ein stabiles Mandat der Wähler zu sichern.

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