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19/09/2015 05:20 CEST

Protest gegen Abschiebung: Roma-Familien besetzen Hamburger Michel

Seit Donnerstag harren sie in der Kirche aus
dpa
Seit Donnerstag harren sie in der Kirche aus

Um ihrer drohenden Abschiebung zu entgehen, haben mehrere Roma-Familien aus Mazedonien den Hamburger Michel besetzt. Seit Donnerstag harrt eine Gruppe von etwa 40 Roma in einem Seitenschiff der Kirche aus, um für ihre Familien ein Bleiberecht zu fordern.

"Wir werden hier nicht aufgeben", zitiert "Focus Online" einen Sprecher der Gruppe. In dem Gotteshaus sind Transparente mit Aufschriften wie "Alle Roma bleiben hier! - Stoppt die Abschiebungen" zu sehen.

Nach stundenlangen Diskussionen mit dem Pastor am Donnerstag durften die Menschen die Nacht im Gemeindehaus verbringen. Daran soll sich zumindest vorübergehend nichts ändern: Kirchenvertreter erklärten zudem, dass die Protestierenden tagsüber weiterhin in einer Seitenkapelle willkommen seien.

Obwohl Roma auf dem Balkan noch immer diskriminiert und für Bürger zweiter Klasse gehalten werden, haben sie kaum Chancen, in Deutschland Asyl zu bekommen. Gelten doch die Staaten auf dem Balkan mittlerweile als sichere Herkunftsländer. Hiergegen setzen sich die Flüchtlinge zu Wehr: "Der Balkan mag sicher sein, aber nicht sicher für Roma", sagte ein Sprecher der Gruppe.

Die Kirche selbst sieht sich in einer Zwickmühle. "Einerseits wollen wir die Roma-Familien nicht aus der Kirche holen. Sie sind von Abschiebung bedroht und darum in einer Notlage, weil ihnen in ihren Herkunftsländern Verfolgung und Diskriminierung drohten. Andererseits können wir an der Situation dieser Menschen nichts ändern", erklärte die Pröbstin von St. Michaelis, Ulrike Murmann im Gespräch mit "Focus Online".

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