POLITIK
19/09/2015 09:02 CEST | Aktualisiert 19/09/2015 12:51 CEST

Deutsche gerät unter Schleuser-Verdacht und wird 16 Stunden gedemütigt

Mit Grenzkontrollen gegen Schlepper
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Mit Grenzkontrollen gegen Schlepper

Es ist ein Erlebnis, das sich sicher keiner jemals wünscht: Nach einem Wochenende in Wien wollte Alexandra Z. wieder zurück nach Hause nach München. Für die Rückfahrt hatte die 29-Jährige eine Mitfahrgelegenheit gebucht. Doch an der deutsch-österreichischen Grenze wurde sie verhaftet und 16 Stunden lang festgehalten. Der Vorwurf: Sie, der Fahrer des Wagens und noch ein weiterer Mitfahrer sollen Flüchtlinge über die Grenze geschleust haben.

Ihre Geschichte hat die junge Frau der "Süddeutschen Zeitung" erzählt. Um die kilometerlangen Staus an den Grenzübergängen auf den Autobahnen zwischen Österreich und Deutschland zu umgehen, fuhren sie am Montagabend auf einer Landstraße in Richtung Passau, so berichtet sie.

"Ein mulmiges Gefühl"

Auf der dunklen Straße sahen zwei Männer. Sie nahmen die beiden mit, doch als sie bemerkten, dass es sich bei den Männer um zwei syrische Flüchtlinge handelte, wurde ihnen mulmig. Schließlich, so berichtet die "SZ" weiter, wollten die Drei nicht als Schleuser verdächtigt werden.

Als die deutsche Grenze bereits in Sichtweite war, stellten sie ihr Auto ab und liefen die letzten Meter zu Fuß durch den Kontrollpunkt der Bundespolizei. Nur nicht als Schleuser verdächtigt werden. Doch da die beiden Syrer erklärten, von Alexandra Z. und ihren beiden Mitfahrern mitgenommen worden zu sein, wurden sie und ihre Begleiter kurzerhand verhaftet.

16 Stunden wurden sie festgehalten

Nachdem sie zunächst mehrere Stunden in der Kälte ausharren mussten, wurden die angeblichen Schleuser in einen Container gebracht, in dem bereits einige andere Menschen warteten, die die Polizei festgenommen hatte. Erst nach 16 Stunden sowie einem Verhör klärte sich die ganze Sache auf.

Sie sei behandelt worden „wie eine Verbrecherin“, sagte die Münchenerin der Zeitung. Die Beamten durchsuchten ihre Kleidung, sogar nackt ausziehen musste sie sich. "Ich habe mich hilflos gefühlt."

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