POLITIK
18/09/2015 12:23 CEST | Aktualisiert 18/09/2015 13:02 CEST

Ungarischer Bürgermeister will Flüchtlinge mit Schock-Video abschrecken

Die Botschaft ist radikal und fremdenfeindlich. Der Bürgermeister einer ungarischen Grenzstadt hat ein Video mit einem deutlichen Signal an Flüchtlinge veröffentlicht, wie der US-Fernsehsender "CNN" berichtet. László Toroczkai will Flüchtlinge offensichtlich abschrecken und davon abhalten, nach Ungarn und inbesondere in seine Stadt Ásotthalom einzureisen.

Es ist unglaublich skurril. Dramatische Musik, dazu hochwertige Aufnahmen von Soldaten und Helikoptern, die an der Grenze patrouillieren: Der Clip mit seinen englischen Untertiteln wirkt wie eine Hollywood-Produktion. Man könnte darüber lachen – wären die Aussagen Toroczkais nicht so erschreckend: „Ungarn ist eine schlechte Wahl, Ásotthalom die schlechteste.“

Der Bürgermeister droht den Flüchtlingen. Zwar heißt Toroczkai zunächst jeden willkommen, „der unsere Gesetze respektiert und unser Land durch die internationalen Grenzübergange betritt.“ Doch allen Menschen, die „illegal“ kommen, drohen Gefängnisaufenthalte. Die Grenze zu Serbien ist seit dem 15. September geschlossen, nun wurde sogar ein Zaun errichtet. Wer den beschädigt, werde ebenfalls verhaftet, sagt der Bürgermeister.

Dafür wird eine alternative Route nach Deutschland vorgeschlagen. Von Serbien aus führe der kürzeste Weg über Kroatien und Slowenien. Mithilfe von Google Maps wird dieser sogar veranschaulicht.

Das Video ist wohl eine zweifelhafte Image-Kampagne. Toroczkai ist Gründer der ultra-rechten Jugendorganisation HVIM, die sich für die Vereinigung aller Ungarn einsetzt. Seine Ansichten haben ihm laut „Washington Post“ schon Ärger eingebracht: Die Slowakei und Serbien haben vor ein paar Jahren Einreiseverbote gegen Toroczkai verhängt. Der Name des Nutzers, der das Video bei Youtube hochgeladen hat, ist an die HVIM angelehnt.

Lesenswert:

2015-08-06-1438870629-2559366-10000.png

200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

Seit dieser Aktion erreichen uns täglich weitere Dutzende Beiträge zu diesem Thema. Wenn Sie sich an der Diskussion mit einem eigenen Artikel beteiligen wollen, schreiben Sie an blog@huffingtonpost.de.

Es ist Zeit, dass wir in Deutschland ein Zeichen setzen. FÜR Weltoffenheit, FÜR Toleranz und FÜR Menschen in Not

Lebensgefahr durch Minen: Ungarn schließt die Grenze - nun müssen Flüchtlinge eine tödliche Route nehmen

Die Flüchtlingskrise Europas in 22 Bildern

Hier geht es zurück zur Startseite