POLITIK
17/09/2015 04:03 CEST | Aktualisiert 17/09/2015 04:26 CEST

"Heuchelei" "Lächerlich": Shitstorm gegen die Flüchtlingsaktion der "Bild"

"Heuchelei" "Lächerlich": Shitstorm gegen die Flüchtlingsaktion der "Bild"
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"Heuchelei" "Lächerlich": Shitstorm gegen die Flüchtlingsaktion der "Bild"

Die "Bild"-Zeitung hat sich in den vergangenen Wochen stark für Flüchtlinge engagiert. Im Prinzip eine sehr gute Sache. Doch nun gibt es eine Welle der Kritik. Von "Heuchelei" ist die Rede. Und von einer Profilierung "auf Kosten der Flüchtlinge."

Ausgelöst hatte die Empörung ein Tweet von "Bild"-Chef Kai Diekmann:

Zuvor hatte der FC St. Pauli erklärt, dass er bei der Flüchtlingsaktion der "Bild" nicht mitmachen werde. Die Spieler der 36 Erst- und Zweitligaklubs aus der Fußball-Bundesliga tragen am kommenden Wochenende das "Bild"-Logo mit dem Titel "Wir helfen – #refugeeswelcome" auf dem Trikot.

Der FC St. Pauli sehe nicht die Notwendigkeit, an der Aktion teilzunehmen. "Der FC St. Pauli ist seit vielen Wochen auf verschiedenen Ebenen aktiv, um den Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, zu helfen", teilte Andreas Rettig, der kaufmännische Geschäftsleiter des Vereins, auf HuffPost-Anfrage mit. "Der FC St. Pauli steht für eine Willkommenskultur und wir handeln damit auf eine Art und Weise, die unseren Klub schon seit Jahrzehnten ausmacht. Wir leisten ganz praktische und direkte Hilfe dort, wo sie gebraucht wird." Unter anderem hatte der Verein mehr als 1000 Flüchtlinge zu einem Testspiel gegen Borussia Dortmund eingeladen.

"Wer nicht für 'Bild' werben will, muss gegen Flüchtlinge sein", titelte der BildBlog nach Diekmanns Tweet. "Gerade dem Kiezklub aus Hamburg vorzuwerfen, sie würden Flüchtlinge nicht willkommen heißen, ist selbst für Diekmannverhältnisse ausgesprochen dreist", heißt es dort. Und: "Fans des FC St. Pauli standen schon mit „Refugees welcome“-Aufnähern und -Transparenten im Stadion, als „Bild“ und Bild.de noch gegen Ausländer und Asylbewerber zündelten."

Und auch im Netz brachten Nutzer ihren Ärger zum Ausdruck. Hier einige Kommentare, die User unter der Meldung bei Facebook veröffentlichten:

"Die BILD Zeitung hat doch wunderbar gehetzt und Nu einen auf "helfer" machen und mahnend den Finger heben? Lächerlich ! Keine Sau braucht die BILD zum helfen, das können wir auch ohne die !"

"Bin zwar Bayern Fan aber was Sankt Pauli macht einfach super Die Bild Zeitung will sich nur auf Kosten von den Flüchtlingen profilieren. Wer dieses Blatt ließt hat eh einen Vollschaden."

"St Pauli machts genau richtig..nur weil eine selbsternannte Nebenregierung plötzlich einen auf Flüchtlingshelfer macht,sollen die Fussballvereine schön brav mitmachen und für die Bild Zeitung noch Werbung machen?? Gehts noch??Die können sich ihre Flüchtlingshilfe sonst wo hinstecken..Ist soo eine Heuchelei..ich bekomme Ausschlag!!"

"Die BILD ZEITUNG facht seit Jahrzehnten den Rassen und Fremdenhass an und jetzt will man auf einmal sich an etwas dranhängen, was den Überzeugungen eines Demagogen wie Dieckmann diamentral entgegensteht. Und im übrigen ist der FC ST. Pauli schon immer gegen Fremdenhass angetreten wie sonst kein Sportverein in Deutschland...und wenn die Flüchtlinge die Unterstützung der BILD benötigen, dann brauchen sie keine Fremdenhasser = Feinde mehr."

Auch bei Twitter wurde heftig diskutiert:

Auch der Bremer SV meldete sich zu Wort:

Die "Bild"-Zeitung war in den vergangenen Jahren oft für ihre Berichterstattung über Ausländerkriminalität und Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien kritisiert worden. Stefan Niggemeier schrieb 2008 über eine "latente, oft subtile Fremdenfeindlichkeit der „Bild“-Zeitung". 2010 berichtete die "taz" über zwei Kioskbesitzer, die keine "Bild" mehr verkauften, weil sie gegen deren ausländerfeindlichen Populismus protestieren wollten.


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