POLITIK
17/09/2015 09:37 CEST | Aktualisiert 17/09/2015 10:14 CEST

Duisburgs Bürgermeister will mehr Syrer aufnehmen - wenn dafür Osteuropäer die Stadt verlassen

Ralph Orlowski
Marxloh: Auf das Viertel bezog sich Links Aussage

Einen verbalen Totalausfall in der Flüchtlingsdebatte hat sich Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link geleistet. Auf einer SPD-Tagung sollten sich NRW-Politiker zur Flüchtlingskrise äußern, berichtet die „WAZ“. Das veranlasste Link zu dieser Aussage in Bezug auf Duisburg:

„Ich hätte gerne das Doppelte an Syrern, wenn ich dafür ein paar Osteuropäer abgeben könnte.“

sören link

Sören Link

So ein Satz hat natürlich Konsequenzen. Auch der ebenfalls anwesende SPD-Chef Sigmar Gabriel soll erschrocken gewesen sein. Duisburger Politiker kritisierten den Oberbürgermeister im Gespräch mit der „WAZ“:

„Das ist Nützlichkeitsrassismus, wenn man in gute und schlechte Ausländer unterteilt.“

Lukas Hirtz, Vorstand der Linken

„Er vertritt Duisburg nicht, wenn er Roma gegen syrische Flüchtlinge schachern will.“

Matthias Schneider, Vorstandssprecher der Grünen

„Solche Aussagen gehören in eine Zeit, die längst überwunden schien.“

Britta Söntgerath, Piratenpartei

Einzig der CDU-Chef Thomas Mahlberg schien weniger schockiert: Als lediglich „sehr unglücklich“ bezeichnete er Links Satz. Was Link zu seinem Ausfall sagt? Der Oberbürgermeister entschuldigte sich für die Wortwahl, an sich seien alle Asylbewerber in der Stadt willkommen.

Er hält aber an der Kernaussage fest: Duisburg sei stark belastet durch die Masse an osteuropäischen Flüchtlingen: „Die meisten von ihnen haben keine Arbeit und durch fehlende Deutschkenntnisse auch kaum Möglichkeiten, eine zu finden.“ Insbesondere der Stadtteil Marxloh macht seit mehreren Monaten als „No-Go-Area“ Schlagzeilen.

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