POLITIK
16/09/2015 15:01 CEST | Aktualisiert 16/09/2015 15:04 CEST

Flüchtlinge an der ungarischen Grenze: Polizisten machen Jagd auf die letzten Verzweifelten (HuffPost-Report)

Noch bis vor einem Tag war Ungarn einer der größten Brandherde in der Flüchtlingskrise. Nun aber hat das Land seinen Zaun an der Grenze zu Serbien geschlossen, was ein Durchkommen für Flüchtlinge quasi unmöglich macht.

In der Nacht zu Dienstag ist außerdem ein Gesetz in Kraft getreten ist, das illegale Einwanderung nach Ungarn mit Gefängnis bestraft.

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Das Camp in der Nähe von Röszke, in dem bis gestern Tausende Menschen untergebracht waren, ist verlassen; Credit: Christoph Asche

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Credit: Christoph Asche

Jetzt verlagern sich die Brennpunkte der Flüchtlingskrise nach Serbien und Kroatien. HuffPost Reporter Christoph Asche war an der Grenze zwischen den beiden Ländern und berichtete von ganzen Strömen von Menschen, die nun über die alternative Route nach Mittel- und Nordeuropa zu gelangen versuchen. (Unter diesem Link findet ihr seinen Videobeitrag dazu.)

An der ungarischen Grenze zu Serbien nahe Röszke kommt es indes zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die ungarische Polizei setzte am Mittwochnachmittag Wasserwerfer und Tränengas gegen Flüchtlinge ein.

An der Grenze zwischen Rumänien und Ungarn ist es bisher sehr ruhig. Vermutungen, dass Flüchtlinge versuchen, über Rumänien nach Europa zu gelangen, haben sich nicht bestätigt. Grund dafür ist wahrscheinlich, dass sie fürchten, in Rumänien von der Weiterreise abgehalten zu werden.

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Der Grenzübergang zwischen Rumänien und Ungarn verlassen; Credit: Christoph Asche

Ein rumänischer Grenzbeamter sagte der Huffington Post: "Es könnte sein, dass wir hier bald viele Flüchtlinge sehen, die über die Felder nach Ungarn wollen. Aber wie wollen wir das kontrollieren? Das würde nur mit einem Zaun gehen."

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Ein rumänischer Grenzbeamter an der Grenze zu Ungarn; Credit: Christoph Asche

Im Moment verlagere sich alles auf die Route Ungarn-Kroatien, sagte der Beamte. "Nach Rumänien will doch ohnehin niemand, was sollen die denn hier? In Ländern wie Deutschland geht es denen viel besser."

Lesenswert:

Unser News-Blog hält euch unter diesem Link über alle aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingskrise auf dem Laufenden.

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