POLITIK
16/09/2015 11:22 CEST | Aktualisiert 16/09/2015 12:33 CEST

FC St. Pauli boykottiert die Flüchtlingsaktion der "Bild"-Zeitung

Getty
Fans des FC St. Pauli: Mit diesem Transparent ist Zweitligarivale RB Leipzig gemeint

Die "Bild"-Zeitung ist verärgert. Alle Spieler der 36 Erst- und Zweitligaklubs aus der Fußball-Bundesliga tragen am kommenden Wochenende das Logo der Flüchtlings-Aktion der "Bild" mit dem Titel "Wir helfen – #refugeeswelcome" auf dem Trikot.

Wirklich alle? Nein, nicht die des FC. St Pauli. Der Verein macht bei der Aktion nicht mit.

"Bild"-Chef Kai Diekmann twitterte deshalb:

Beim FC St. Pauli sollen Flüchtlinge nicht willkommen sein – nur weil der Verein die "Bild"-Aktion nicht unterstützt? Der Kult-Klub aus Hamburg wehrt sich gegen Diekmanns Vorwurf. "Der FC St. Pauli ist seit vielen Wochen auf verschiedenen Ebenen aktiv, um den Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, zu helfen", teilte Andreas Rettig, der kaufmännische Geschäftsleiter des Vereins, auf HuffPost-Anfrage mit.

Als Beleg nennt er ein Testspiel gegen Borussia Dortmund, zu dem der Klub mehr als 1000 Flüchtlinge eingeladen hatte. Rettig hebt außerdem das private Engagement der Spieler und "verschiedenste Aktionen unserer Fans und Abteilungen für die Flüchtlinge in Hamburg" hervor. Sein Verein mache also schon eine ganze Menge und sehe deshalb nicht die Notwendigkeit, an der "für alle Klubs freiwilligen Aktion" teilzunehmen.

Rettig stellt klar: "Der FC St. Pauli steht für eine Willkommenskultur und wir handeln damit auf eine Art und Weise, die unseren Klub schon seit Jahrzehnten ausmacht. Wir leisten ganz praktische und direkte Hilfe dort, wo sie gebraucht wird." Das lässt natürlich Raum für Interpretation. Möglicherweise sieht der FC die "Bild"-Aktion nicht als "ganz praktische und direkte Hilfe"?

St.-Pauli-Fans sehen den Grund in der "Bild"-Zeitung selbst – und in der Tatsache, dass die vor nicht allzu langer Zeit dem Thema Einwanderung noch nicht so offen gegenübergestanden habe:

Sie fordern sogar, dass sich alle Vereine zurückziehen und eine von der "Bild" unabhängige Aktion starten:

Und sie fordern den Klub auf, sich bloß nicht einschüchtern zu lassen:

Die Gegenbewegung auf Twitter hat inzwischen auch einen eigenen Hashtag: #Bildnotwelcome.

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

Seit dieser Aktion erreichen uns täglich weitere Dutzende Beiträge zu diesem Thema. Wenn Sie sich an der Diskussion mit einem eigenen Artikel beteiligen wollen, schreiben Sie an blog@huffingtonpost.de.

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